IT-Projekt Herkules der Bundeswehr tritt auf der Stelle
Das Bieterkonsortium TIS hat Medienberichten zufolge bislang kein ĂĽberarbeitetes Angebot fĂĽr den Aufbau eines modernen Kommunikations- und Datennetzes fĂĽr die Bundeswehr eingereicht.
Das IT-Projekt Herkules der Bundeswehr verzögert sich weiter. Wie die Financial Times Deutschland in ihrer heutigen Mittwochsausgabe berichtet, hat das Bieterkonsortium TIS die Frist für die Angebotsabgabe verstreichen lassen. TIS, dem die Großunternehmen Siemens, T-Systems und IBM angehören, sollte bis zum gestrigen Dienstag ein überarbeitetes Angebot für den Aufbau eines modernen Kommunikations- und Datennetzes für die Bundeswehr einreichen.
Die TIS habe um eine Verschiebung des Abgabetermins gebeten, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums der FTD. Regierungs- und Firmenvertreter würden das Anliegen noch im Laufe der Woche besprechen. "Das Bieterkonsortium hat aber erneut bestätigt, dass es ein Angebot vorlegen wird", sagte der Sprecher. Einen Zeitrahmen nannte er allerdings nicht. Die Bundeswehr will über zehn Jahre verteilt 6,65 Milliarden Euro in die nicht-militärische Informationstechnologie investieren und sucht dafür seit 2001 geeignete Partner aus der Wirtschaft.
Problematisch gestalten sich vor allem die Verhandlungen über den Umfang der Leistungen, die von den Wirtschaftspartnern erbracht werden sollen. Ein erstes Konsortium, bestehend aus dem Rüstungskonzern EADS, dem IT-Dienstleister CSC sowie dem Mobilfunkunternehmen Mobilcom hatte im vergangenen Sommer Verhandlungen mit dem Verteidigungsministerium abgebrochen, weil man der Meinung war, dass die geforderten Leistungen nicht innerhalb des Kostenrahmens erfüllt werden können. Daraufhin begann die Bundeswehr im September 2004 Verhandlungen mit dem TIS-Konsortium. (pmz)