CES

Sling Media: Mit Box und Portal gegen YouTube

Der Hersteller von Settop-Boxen, die das heimische Fernsehprogramm via Internet auf jeden Laptop bringen, zeigt auf der CES ein Gerät, um Webvideos auf den Fernseher zu bringen. Das passende Portal gibt es gleich dazu.

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Sling Media wandte sich bislang an Nutzer, die auch auf Reisen nicht auf ihre Lieblings-TV-Sendungen verzichten wollen: Die Slingbox wandelt das eingespeiste Fernsehsignal um und schickt es ĂĽber das Internet auf den Laptop des Kunden, der somit theoretisch ĂĽberall dort auf der Welt sein Lieblingsfernsehprogramm schauen kann, wo er Internetzugang hat. Auf der CES kĂĽndigte das Unternehmen an, dass die notwendige Wiedergabesoftware kĂĽnfig auf HP-Laptops mit QuickPlay vorinstalliert wird. QuickPlay ist ein Feature, mit dessen Hilfe man auf die Multimedia-Funktionen der HP-Notebooks zugreifen kann, ohne den Computer hochzufahren.

Nun will Sling Media mit dem so genannten "SlingCatcher" eine ganz neue Variante einführen: Das Gerät bringt laut Hersteller Multimedia-Formate aller Art aus dem Web auf den Fernseher, seien es Bilder eines Webalbums, Clips von einer Video-Sharing-Site oder ein von einem Online-Dienst heruntergeladener Film. Damit das klappt, muss das Gerät, das unter 200 US-Dollar kosten soll, mit dem heimischen Computer-Netzwerk verbunden und die Sling-Software auf einem Rechner im LAN installiert sein.

Dieser Aufbau wäre an sich allerdings nichts Neues. Netgear kündigte auf der CES beispielsweise den "Digital Entertainer HD" genannten Streaming-Client EVA8000 an, der (HD-)Filme und (HD-)Fernsehmitschnitte von Rechnern im LAN (über HDMI) mit einer Auflösung von bis zu 1080p (Vollbilder mit 1920 × 1080 Pixel) auf den Fernseher bringt. Sling Media geht allerdings einen Schritt weiter: Mit "Clip+Sling" will das Unternehmen bis zum Ende des zweiten Quartals in den USA ein eigenes Videoportal starten, auf das Nutzer TV-Mitschnitte hochladen können, die sie mit den Sling-Media-Boxen anfertigen. Um Vergleichbares zu erreichen, setzten bislang viele YouTube-Nutzer PCs mit TV-Karten ein.

Welche Größe die Clips bei "Clip+Sling" maximal besitzen dürfen, ist noch nicht geklärt. Der US-Fernsehsender CBS erklärte sich mit dem Vorhaben allerdings bereits öffentlich einverstanden, was bedeuten dürfte, dass lediglich Aufnahmen von wenigen Minuten über das neue Portal zur Verfügung gestellt werden könnten. Weitere Details sollen in Kürze folgen. (nij)