Kompakte Wimax-Basisstation mit MIMO-Option
Redlines 4C-Serie in der kompakten MTCA-Bauform soll maximal sechs Sektoren mit jeweils mehr als 250 Mobilsurfer bedienen können.
Das kanadische Unternehmen Redline Communications demonstriert heute auf der Wimax World Europe 2007 erstmals seine RedMAX-4C-Basisstation für Mobile Wimax (IEEE 802.16e-2005). Als besonderes Merkmal stellt Redline die hohe Kapazität heraus: Die Basisstation soll in einem Sektor mehr als 250 Nutzer gleichzeitig mit Daten versorgen können, was bei sechs Sektoren über tausend aktive Verbindungen ermöglicht.
"Wir haben noch keinen Konkurrenten mit zertifiziertem Equipment gesehen, der [in einem Sektor] mehr als etwa hundert Nutzer bedienen kann", sagte der Redline-Chef Majed Sifri gegenüber heise online. Mit seinem Produkt könnten Netzbetreiber die gleiche Kundenzahl mit erheblich weniger Sendestationen und somit geringeren Kosten bedienen. Der Schlüssel zur hohen Kapazität ist laut Sifri Predictive Scheduling auf Layer 2, also vorausschauendes Zuteilen der Upstream- und Downstream-Bandbreite. Der Scheduling-Algorithmus ist im Wimax-Standard nicht festgelegt und damit eine der wenigen Möglichkeiten für Hersteller, eigene Merkmale einzubringen.
Redline setzt auf die kompakte Bauform Micro Telecommunications Computing Architecture (MTCA). Damit sollen die Wimax-Betreiber Mietkosten sparen können und mehr Auswahl bei der Standortsuche haben. Eine RedMAX 4C misst 27 cm × 48 cm × 24 cm und wiegt voll ausgestattet 19 Kilogramm. Das System ist für maximal zehn Watt Sendeleistung sowohl im 2,5- als auch im 3,5-GHz-Band ausgelegt. Ersteres ist aus Sicht von Redline ideal für mobile Anwendungen, Letzteres eher für ortsfeste Nutzung. Auch der gemischte Einsatz von Fixed (802.16d) und Mobile Wimax (802.16e), mit und ohne Mehrantennenfunk (MIMO), ist möglich.
Die ersten 4C-Basisstationen sollen im zweiten Halbjahr 2007 ausgeliefert werden. Redline bietet passende Mobile-Wimax-Adapter an, sowohl für die Außeninstallation an Gebäuden als auch für die Aufstellung in Innenräumen. Geräte mit multiplen Antennen sind allerdings noch nicht verfügbar. (Daniel AJ Sokolov) / (ea)