AMD gefällt Name des Dresdner Halbleiterherstellers ZMD nicht

ZMD versuche seit 2002, seine Markenrechte weltweit zum Nachteil von AMD durchzusetzen, meint der US-amerikanische Chiphersteller. Nun will er die Verwendung der Bezeichnung "ZMD" untersagen.

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  • dpa

Der mehr als 40 Jahre alte Dresdner Halbleiterhersteller Zentrum Mikroelektronik Dresden AG (ZMD) soll seinen Namen ändern. Branchenriese Advanced Micro Devices (AMD) wolle die Verwendung der Bezeichnung "ZMD" untersagen, da Verwechslungsgefahr bestehe, teilte ZMD-Betriebsrat Rainer Kolbe heute mit.

"Diese Auseinandersetzung bedauern wir sehr, denn der Streit hätte sich vermeiden lassen können, wenn ZMD bei seinem bisherigen Kurs geblieben wäre", sagte ein AMD-Sprecher. AMD sei weiter an einer konstruktiven Lösung interessiert. ZMD versuche seit 2002, seine Markenrechte weltweit zum Nachteil von AMD durchzusetzen, hieß es.

"Wir verstehen nicht, wie AMD und ZMD verwechselt werden können. Wir arbeiten auf einem ganz anderen Gebiet als AMD. Logos und Schriftzüge der Unternehmen sehen sich überhaupt nicht ähnlich", sagte Kolbe. Die 1961 gegründete ZMD AG gilt als Wiege der sächsischen Mikroelektronik. Zu DDR-Zeiten waren mehr als 4000 Menschen beschäftigt, heute sind es rund 600. ZMD produziert anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise, unter anderem für die Automobil- und Industrieelektronik, Medizintechnik sowie für Infrarotdatenübertragung in Handys und Fernbedienungen.

AMD eröffnet am 14. Oktober offiziell seine zweite Dresdner Chipfabrik. In der 2,5 Milliarden Euro teuren Fabrik werden Mikroprozessoren auf 300-Millimeter-Siliziumscheiben (Wafern) hergestellt. Bis 2007 sollen 1000 Arbeitsplätze entstehen. AMD-Angaben zufolge hat das Unternehmen in Dresden bislang rund 2600 Arbeitsplätze geschaffen. (dpa) / (anw)