Canon entwickelt Funksystem zur Kamera- und Blitzsynchronisierung
Canon hat kürzlich mehrere US-Patente angemeldet, die ein System zur funkgesteuerten Kamera- und Blitzsynchronisierung zeigen. Damit könnte es möglich sein, mit derart angesteuerten Kameras bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufzunehmen.
Wie mehrere in den USA angemeldete Patente belegen, arbeitet Kamerahersteller Canon derzeit an einem System zur drahtlosen Steuerung von TTL-Blitzen und seit neuestem auch zur Synchronisierung von mehreren Kameras im Master/Slave-Betrieb. Die kürzlich angemeldeten Patente geben Anlass zu Spekulationen, dass Canon in einer ihrer zukünftigen 1D/1Ds-Modelle eine solche Drahtlostechnik einbauen wird.
(Bild: Canon)
Vermutlich wird die Blitz- und Kamerasynchronisierung auf dem IEEE 802.15.4-Standard basieren. Die in der aktuellen Patentschrift beschriebene Anwendung für Kameras zeigt im Wesentlichen zwei unterschiedliche Aufnahmemodi, um Master- und Slave-Geräte zu synchronisieren – gleichzeitig und kontinuierlich.
(Bild: Canon)
Im Synchron-Aufnahemmodus lässt sich die Masterkamera per Menü mit mehreren Slavekameras (bzw. Slave-Blitzen) verlinken. Sobald die Masterkamera auslöst, lösen alle (virtuellen) Slave-Kameras gleichzeitig mit aus. Damit lässt sich ein Motiv exakt gleichzeitig aus unterschiedlichen Blickwinkeln ablichten.
Im Continuous-Ausnahmemodus löst zunächst die Masterkamera aus danach folgen nacheinander die Slave-Kameras. Canon führt als Beispiel eine Kamera an, die drei Bilder pro Sekunde (fps) schießt. In gepaarter Anordnung verdoppelt sich die Frame-Rate auf 6 fps. Bei drei verlinkten Kameras erhöht sich die Frame-Rate auf 9 fps.
(Bild: Canon)
Angesichts einer 1D Mark Mark IV, die 10 Bilder pro Sekunde auslöst, erscheinen 9 fps eher mager. Würde man jedoch drei 1D Mark IV synchronisieren, so läge man bei beachtlichen 30 fps in voller Auflösung. Einen solchen Aufbau gab es zwar in der Vergangenheit schon einmal, jedoch soll es fünf Tage gedauert haben, das System aufzubauen. Das Canon-Patent zeigt, dass sich so etwas – bei entsprechend ausgestatteten Kameras – einfach im Menü konfigurieren lässt. Die resultierende Frame-Rate würde sich dann aus der Anzahl der Bilder der Einzelkameras multipliziert mit der Anzahl der zusammengeschalteten Bodys ergeben.
Wenn Canon diese Technik – einschließlich der für die drahtlose Blitzsynchronisation – bereits in die kommende Generation seiner 1D/1Ds-Serie und Blitzgeräte integriert, könnte sich der Hersteller damit einen Vorsprung bei der Sportfotografie erobern. Denn gerade Sportfotografen sind dankbar für extrem hohe Bildraten, um sich bei schnellen Bewegungsabläufen später aus der Bilderserie den idealen Schuss heraus picken zu können. (pen)