Twitter weitet Werbung aus und startet Auswertungswerkzeug
Einige Nutzer sollen "promoted Tweets" auch zu sehen bekommen, wenn sie die Mitteilungen der jeweiligen Firma zwar nicht abonniert haben, aber zu deren relevanter Zielgruppe gehören könnten.
Der Internet-Kurznachrichtendienst Twitter weitet sein im April gestartetes Experiment mit "promoted Tweets" aus. Bisher tauchten die bezahlten Tweets im Nachrichten-Strom von Nutzern auf, wenn man der Twitter-Präsenz des Unternehmens folgte. Jetzt sollen einige Nutzer diese Tweets auch zu sehen bekommen, wenn sie die Mitteilungen der Firma zwar nicht abonniert haben, aber zu deren relevanter Zielgruppe gehören könnten. Twitter werde die Reaktionen der ersten Nutzer aufmerksam im Auge behalten und die Funktion erst danach auf mehr Mitglieder ausweiten, sagte ein Sprecher dem PC Magazine.
Nach dem Start des Dienstes 2006 verzichteten die Gründer anfangs auf Werbung, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Zuletzt experimentierte der Dienst mit unterschiedlichen Werbemodellen – mit wechselndem Erfolg. Mit einem Balken in der Smartphone-App erlitt Twitter ein Fiasko, weil die Nutzer extrem genervt waren. Nach wenigen Wochen wurde der schwarze Balken wieder abgeschafft. Die bezahlten Tweets wurden bisher meist nicht als störend empfunden, unter anderem weil sie von einem Unternehmen kamen, für das man sich ohnehin interessierte.
Twitter hat inzwischen 50 Millionen Nutzer pro Tag und mehr als 100Â Millionen, die sich mindestens einmal im Monat einklinken. Die Twitter-Investoren wollen allerdings auch sehen, dass der Dienst diese Nutzerzahlen zu Geld machen kann. Am Dienstag kĂĽndigte Twitter auch ein Auswertungswerkzeug an, das Website-Betreibern anzeigen soll, wie viele Besucher ĂĽber den Kurzmitteilungsdienst auf ihr Angebot kamen. (anw)