UEFI-Mythen

Zurzeit wähle ich ein Mainboard für meinen neuen Selbstbau-PC aus und stehe vor der Frage, ob es unbedingt eines mit UEFI-Firmware sein muss. Ich habe gelesen, dass UEFI-Systeme schneller booten, dass die grafische Setup-Oberfläche leichter bedienbar ist und neue Funktionen hinzukommen – gilt das für alle UEFI-Boards?

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Zurzeit wähle ich ein Mainboard für meinen neuen Selbstbau-PC aus und stehe vor der Frage, ob es unbedingt eines mit UEFI-Firmware sein muss. Ich habe gelesen, dass UEFI-Systeme schneller booten, dass die grafische Setup-Oberfläche leichter bedienbar ist und neue Funktionen hinzukommen – gilt das für alle UEFI-Boards?

Die bunten Firmware-Setups mancher UEFI-Boards machen die Systemeinstellungen nur auf den ersten Blick einfacher.

Nein! Das Unified Extensible Firmware Interface (UEFI) eröffnet Firmware-Programmierern zwar neue Möglichkeiten für ihren Code, doch die werden nicht immer genutzt. So verzichtet UEFI-Pionier Intel beispielsweise bislang komplett auf ein grafisches BIOS- beziehungsweise Firmware-Setup und es gibt viele UEFI-Boards, die nicht schneller oder gar langsamer booten als solche mit herkömmlichem BIOS. Die mausbedienbaren Setups vieler UEFI-Boards sind außerdem nicht unbedingt leichter bedienbar als die klassischen Textmenüs, weil die Board-Hersteller die zur Auswahl stehenden Optionen weiterhin unzureichend erklären und dokumentieren. Ein Teil der potenziellen UEFI-Vorteile wird zudem erst dann nutzbar, wenn Sie Ihr Betriebssystem auch im UEFI-Modus installieren (siehe c’t 21/10, S. 158).

Bislang bringt das vor allem den Vorteil, dass man Windows 7 x64 auch auf einer Festplatte mit mehr als 2,2 TByte Kapazität installieren kann. Einige Versionen des kommenden Windows 8 sollen neue UEFI-Funktionen nutzen, doch nach bisherigem Kenntnisstand erfordert beispielsweise „Secure Boot“ eine UEFI-Version ab 2.3.1 – damit ausgestattete Systeme sind noch gar nicht im Handel.

Falls Sie Ihren neuen PC mehrere Jahre lang nutzen wollen, dann ist es sicherlich sinnvoll, schon jetzt auf UEFI-Firmware zu achten – schon bald dürften 3-TByte-Platten keine Exoten mehr sein, sodass Sie bei einer Aufrüstung vielleicht im UEFI-Modus installieren wollen. Ansonsten hängt es weiterhin von dem jeweiligen Mainboard und seiner maßgeschneiderten Firmware ab, wie schnell der Boot-Vorgang erfolgt und welcher Funktionsumfang nutzbar ist. (ciw)