Die Halbleiter-Branche hat zu volle Lager

Die Halbleiter-Branche hat nach Einschätzungen der Analysten von Gartner besorgniserregend hohe Lagerbestände. Diese seien im dritten Quartal vor allem angesicht der aktuellen Wirtschaftslage problematisch.

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  • dpa

Die Halbleiter-Branche hat nach Einschätzungen der Analysten von Gartner besorgniserregend hohe Lagerbestände. Diese Bestände seien im dritten Quartal vor allem problematisch angesichts der aktuellen Wirtschaftslage und der Wahrscheinlichkeit, dass Ausgaben von Verbrauchern und Unternehmen noch niedriger ausfallen könnten als erwartet, teilte das Marktforschungsunternehmen am Dienstag mit.

Produktion und Abverkauf dürften sich erst wieder im zweiten Quartal kommenden Jahres grob ausgleichen, sagte Gartner-Analyst Gerald van Hoy. Die gut gefüllten Lager hätten über die Produktionsausfälle nach dem japanischen Erdbeben und dem Tsunami Anfang des Jahres hinweg geholfen. Nun sei es angesichts der Schwäche vieler Volkswirtschaften aber an der Zeit, die Vorräte wieder zu rationalisieren.

Wegen der aktuellen Bestände erwartet Gartner für die zweite Hälfte des laufenden und den Anfang des nächsten Jahres eine geringere Halbleiterproduktion. Erst kürzlich hatten die Marktforscher ihren Ausblick für den Halbleiter-Markt erneut gesenkt und rechnen statt mit einem Wachstum nun mit einer Stagnation der Umsätze in diesem Jahr.

Die Chipindustrie hatte wie die meisten anderen Branchen unter der weltweiten Wirtschaftskrise gelitten. Allerdings fand sie als frĂĽhzyklische Branche schneller als andere Industriezweige den Weg zurĂĽck auf die Erfolgsspur. Da die Entwicklung in der Chipindustrie in den vergangenen Jahren oft einen guten Indikator fĂĽr die kĂĽnftige Wirtschaftsentwicklung abgab, wird die Branche von Experten mit besonders hohem Interesse verfolgt. (tho)