Die Musikindustrie mit weinendem und lachendem Auge

Der Markt für online oder mobil verkaufte Musik wächst rasant, während im ersten Halbjahr 2005 der Tonträgerverkauf schwächelte.

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Der mit kostenpflichtigen digitalen Musikangeboten weltweit erzielte Umsatz ist im ersten Halbjahr 2005 gegenĂĽber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 220 Millionen auf 790 Millionen US-Dollar angewachsen. Damit betrage der digitale Anteil am Gesamtumsatz der Musikindustrie nun sechs Prozent, wobei die Einnahmen durch Klingeltonverkauf noch nicht eingerechnet sind, teilt der Musikindustrieverband IFPI mit.

Zum ersten Mal habe sich der digitale Musikmarkt durch online und mobil erzielte Verkäufe nennenswert auf den Gesamtmarkt ausgewirkt, schreibt der Verband. Eine maßgebliche Rolle spiele dabei die zunehmende Verbreitung von Breitband-Internetzugängen. Zudem werde digitale Musik zunehmend auf 3G-Mobiltelefonen verbreitet und es seien eine Reihe von neuen Musikdiensten erfolgreich gestartet.

Allerdings ist die Freude der IFPI nicht uneingeschränkt. Die Verkaufserlöse mit Tonträgern seien nämlich im gleichen Zeitraum um 1,9 Prozent auf 13,2 Milliarden US-Dollar zurückgegangen. Als Ursache macht der Verband unter anderem niedrigere Preise aus: So seien die Stückzahlen bei CD-Verkäufen um 3,4 Prozent zurückgegangen, während der Umsatz um 6,7 Prozent geschrumpft sei. Weiter macht die IFPI illegale Downloads und kommerzielle "Piraterie" für Umsatzeinbußen verantwortlich.

Der deutsche Musikmarkt nimmt in der IFPI-Rangliste nach dem ersten Halbjahr mit 887,7 Millionen US-Dollar (689,7 Millionen Euro) Platz vier der umsatzstärksten Märkte ein. Nach Stückzahlen ist der Markt hierzulande um 7,7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2004 geschrumpft, nach Umsatz um 5,8 Prozent. Erfolgreichste Veröffentlichungen waren Noiz von Söhne Mannheims, die Greatest Hits von Robbie Williams und Es ist Juli von Juli. Zu den Künstlern, die mit "Major Releases" für das zweite Halbjahr aufwarten, zählt die IFPI Franz Ferdinand, Ricky Martin, Sheryl Crow, Paul McCartney, System of a Down und die Rolling Stones. (anw)