Unternehmensregister: Zahl der Firmen sinkt
In Deutschland gibt es immer weniger GroĂźunternehmen und auch die Zahl der KMU geht zurĂĽck. Zum ersten Mal, seit das Unternehmensregister eingefĂĽhrt wurde, ist eine negative Entwicklung zu verzeichnen.
(Bild:Â IfM Bonn)
Der Mittelstand ist die große Stütze der deutschen Wirtschaft. Diese Aussage wird von Politikern gerne verwendet und sie ist eine maßlose Untertreibung: Kleine und mittlere Unternehmen, die sogenannten "KMU", machen aktuell 99,7 Prozent des Firmenbestandes in Deutschland aus. Sie sind die eigentliche große Wirtschaftsmacht. Da drängt sich doch die Frage auf, warum nicht mehr für den sogenannten Mittelstand getan wird.
Wie die aktuelle Statistik des Unternehmensregisters laut einer Auswertung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM Bonn) zeigt, ist die Zahl der Firmen in Deutschland insgesamt rückläufig und in der Wirtschaftskrise deutlich gesunken. So gab es 2010 im Vergleich zum Vorjahr 1,1 Prozent weniger KMU, die Zahl der Großunternehmen ging sogar um 7,1 Prozent zurück – ein drastischer Einbruch.
Die Zahl der Unternehmen in Deutschland wird auf insgesamt 3,597 Millionen beziffert. Davon werden aktuell 99,7 Prozent zu den KMU gezählt. Das ist eine Zunahme von 0,1 Prozent gegenüber der letzten Zählung. Klingt nach wenig, ist es aber nicht: Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2009 rund 39.200 Großunternehmen weniger als im Vorjahr. Die Zahl der kleinen und mittleren Firmen nimmt allerdings auch stetig ab.
(Bild:Â IfM Bonn)
Allerdings bedeutet der Rückgang – zumindest bei den Großunternehmen – nicht automatisch eine Pleite. Vielmehr haben viele dieser Unternehmen aufgrund von Umsatzrückgängen Personal entlassen müssen und so die Schwellenwerte für die Zählung als Großunternehmen unterschritten.
So werden laut Definition des IfM Bonn Firmen mit bis zu neun Mitarbeitern und einem Umsatz von bis zu einer Million Euro als kleine Unternehmen gefĂĽhrt. Die mittleren Unternehmen sind dann schon Firmen mit bis zu 499 Mitarbeitern und bis zu 50 Millionen Euro Umsatz.
Mit dem Rückgang der Unternehmensanzahl sank auch der Gesamtumsatz: im Jahr 2009 tätigten die deutschen Unternehmen Umsätze in Höhe von insgesamt rund 4.978,9 Milliarden Euro, der Anteil der KMU lag dabei bei 39,1 Prozent und ist somit um 1,1 Prozent gestiegen. Insgesamt sind die Umsätze aber erstmals seit Ausweis im Unternehmensregister gesunken und zwar um insgesamt 383,7 Milliarden Euro beziehungsweise 7,2 Prozent.
Weiteres Ergebnis der Statistikauswertung: Die KMU in Deutschland beschäftigen derzeit 55,1 Prozent aller Angestellten. (Marzena Sicking) / (map)