Ausstellung "Photography Calling!" in Hannover
Das Sprengel Museum Hannover zeigt bis 15.1. einen Querschnitt der künstlerischen Fotografie ab den 60er-Jahren. Anhand von amerikanischen und europäischen Fotografen will die Schau die Geschichte und Perspektive der Fotokunst dokumentieren.
- Dr. JĂĽrgen Rink
Photography Calling! zeigt mit Werken von insgesamt 31 KĂĽnstlern einen Querschnitt der kĂĽnstlerischen Fotografie seit den 60er Jahren. Das Portfolio reicht von Stars wie Diane Arbus, Bernd und Hilla Becher, Thomas Ruff und Andreas Gursky bis zu Newcomern wie die noch eher unbekannte Laura Bielau. Die Kuratoren suchten nach SchlĂĽsselwerken der jeweiligen KĂĽnstler und stellten damit eine Schau zusammen, die sowohl an Fotokunst Interessierte als auch ein breiteres Publikum ansprechen dĂĽrfte.
Dass das Sprengel Museum Hannover für die Ausstellung alle Register zieht und klotzt statt kleckert – für Fotokunst alles andere als selbstverständlich – hängt mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung zusammen. Deren Fotosammlung hat mittlerweile international einen ausgezeichneten Ruf. Die Stiftung begann die Sammlung im Jahr 1985 mit dem Schwerpunkt auf Werkgruppen von amerikanischen und europäischen Künstlern ab den 60er Jahren.
Die Niedersächsische Sparkassenstiftung stellte im Vorfeld der Schau eine Dauerleihgabe der Sammlung in Aussicht, das motiviert natürlich die Museumsleitung. Voraussetzung für die Gabe ist ein Erweiterungsbau mit entsprechender Infrastruktur zur Konservierung der zum Teil sehr empfindlichen Werke. Der Anbau wird zur Zeit von der Lokalpolitik durch die Mangel genommen, da kommt "Photography Calling!" gerade recht – nomen est omen
Photography Calling! (11 Bilder)

Robert Adams: Along Interstate 25 (aus The New West, 1968-71)
.Photography Calling! ist eines der wenigen europäischen Ausstellungsprojekte, das die jüngere Geschichte der Fotografie in diesem Umfang darstellt. Der Begriff des dokumentarischen Stils, geprägt vom amerikanischen Fotografen Walker Evans (1903-1975) zieht sich als roter Faden durch die zahlreichen Räume: Subtile Wirkung der Werke und persönliche Sehweise der Fotografen stehen im Vordergrund. Dafür ist es notwendig, die Sehgewohnheiten, die sich an die täglich einprasselnde Bilderflut eingestellt haben, hinter sich zu lassen. (jr)