Deutsche Umwelthilfe jagt Plakettenmuffel
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält die Kontrollen in den Umweltzonen von Halle und Magdeburg für zu lax und will deshalb selbst eingreifen. Sie kündigte an, Fahrzeuge stichprobenartig auf korrekte Plaketten zu kontrollieren. Verstöße sollen zum Einleiten von Bußgeldverfahren an die zuständigen Behörden gemeldet werden, wie eine DUH-Sprecherin am Dienstag mitteilte. Mit den Kontrollen soll an diesem Donnerstag in Halle begonnen werden. Es sei vorerst ein Tag in der Saalestadt geplant. Wann in Magdeburg kontrolliert werde, stünde noch nicht fest.
Seit dem 1. September gilt in den Umweltzonen von Halle und Magdeburg eine Plakettenpflicht. Die Aufkleber für die Windschutzscheibe zeigen an, dass das Fahrzeug eine bestimmte Abgasnorm erfüllt. Im ersten Monat kamen Sünder mit einer Belehrung davon. Seit dem 1. Oktober werden Fahrer ohne grüne oder gelbe Plakette innerhalb der Verbotszone bestraft: mit 40 Euro Bußgeld und einem Punkt in der Flensburger Sünderkartei.
„Wir überprüfen die Fahrzeuge im Rahmen des normalen Streifendienstes“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Magdeburg. Gezielte Kontrollen nach Plakettensündern gebe es aber nicht. Eine Sprecherin der Polizei in Halle verwies darauf, dass es den Umweltschützern nicht gestattet sei, in den fließenden Verkehr einzugreifen. So dürften sie keine Fahrzeuge anhalten. Seit dem 1. Januar 2005 gelten europaweit Grenzwerte für Feinstaub. Städte, die diese Grenzwerte an mehr als 35 Tagen pro Jahr überschreiten, sehen Umweltzonen als ein mögliches Mittel, die Feinstaubbelastung zu senken. (dpa) (mfz)