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Energiefluss
Energie wird knapp und zunehmend teuer. Wo und wie Energie verbraucht wird und verloren geht, listet die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen auf ihrer Webseite exakt auf. Den Daten kann man entnehmen, dass nur rund ein Viertel der hierzulande verbrauchten Energie auch hierzulande erzeugt wird, der Rest wird importiert, etwa als Uran, Gas, Kohle oder Erdöl.
Im vereinfachten Schema kann man erkennen, dass Industrie, Verkehr und Haushalte jeweils etwa gleich viel Energie verbrauchen. Gewerbe, Handel und Dienstleistungen zusammen nur halb so viel wie die drei zuvor genannten. Der größte einzelne Posten lautet „Umwandlungsverluste“, die hauptsächlich bei der Stromerzeugung anfallen.
Beim näheren Blick auf das detaillierte Schaubild stellt man dann fest, dass offenbar nur ein winziger Bruchteil der Abwärme von Kraftwerken genutzt wird. Die stehen nämlich meistens auf der ehemals grünen Wiese, etwa in der Nähe von Abbaustätten und weit entfernt von Ballungsräumen.
Geschwätziger Browser
Es ist sattsam bekannt, dass Browser ĂĽber ihre Nutzung und die Surfhistorie sehr freizĂĽgig Auskunft erteilen, sofern der Anwender dem nicht durch die richtigen Einstellungen einen Riegel vorschiebt. Was der Browser und IP-Adresse dem Betreiber eines Web-Servers so alles verraten, stellt Maxa Research ĂĽbersichtlich und auch fĂĽr den Laien nachvollziehbar auf einer Webseite dar.
Durch gelegentliche Checks lässt sich feststellen, ob Werkzeuge zur Löschung von Cookies tatsächlich korrekt arbeiten. Insbesondere Flash-Cookies ist etwas schwerer beizukommen, hierzu benötigt man in vielen Fällen spezielle Tools oder Add-Ons, die Maxa Research in einer Basisversion kostenlos bereitstellt.
Dateisuche
Die Erfolgschancen einer Internetsuche kann man erhöhen, wenn man Spezialisten konsultiert. Für die Suche nach Dateien ist das FindThatFile. Insgesamt 300 Millionen Dateien stehen im Katalog, der Verfasser, Titel, Inhalt und weitere Punkte umfasst. Die Suche lässt sich unter anderem für Sharehoster, FTP-Server und Usenet einzeln an- und abschalten.
Allerdings sollte man nicht bedenkenlos jedem Link folgen, denn die Suchmaschine achtet nicht darauf, ob das angebotene Material urheberrechtsgeschĂĽtzt ist. AuĂźerdem kann sie nicht dafĂĽr garantieren, dass die Dateien keinen Schadcode enthalten.
Open Data fĂĽr Berlin
http://daten.berlin.de
www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/liste_karte_datenbank
Die Open-Data-Bewegung argumentiert, dass Daten, die mit öffentlichen Geldern generiert wurden, allen zugänglich sein müssen. Bei der Stadtverwaltung von Berlin stießen sie damit auf offene Ohren. Kurz vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus hoben die Initiatoren, unter anderem die Senatsverwaltung und das Open Data Network Berlin, Berlin Open Data nach nur einem Jahr Vorbereitungszeit aus der Taufe.
Dort abrufbar sind 18 Datenquellen, beispielsweise zu Umwelt, Stadtplanung, Bildung, Wahlen und Immigration. Die meisten Datensätze stellte das statistische Landesamt bereit, einige stammen auch aus offenen Quellen, etwa OpenStreetMap.
Neben viel Lob gab es für das Portal auch Kritik. Open-Data-Entwickler Stefan Wehmeyer, der selbst an Projekten wie „Frag den Staat“ arbeitet, kritisierte die inkonsistente Umsetzung, da nicht alle Datensätze unter eine Creative-Commons-Lizenz wie CC-BY oder CC-BY-SA gestellt seien. Die wenigsten Datensätze seien maschinenlesbar – eine unabdingbare Voraussetzung für die automatisierte Weiterverarbeitung.
Nach dem Startschuss hängt die Zukunft des Projekts nun davon ab, ob es gelingt, viele Landesbehörden und Senatsverwaltungen zur Mitarbeit zu überreden oder ob konkurrierende Open-Data-Projekte und damit Parallelstrukturen wie die Denkmalliste der Senatsverwaltung für Stadtteilentwicklung entstehen.
Ăśbersetzer
Die Betreiber des Web-Wörterbuchs Linguee haben mit zusätzlichen Funktionen kräftig nachgerüstet. Unter der neuen Oberfläche, die beispielsweise dynamisches Nachladen von Vokabeln ermöglicht, gibt es zahlreiche zusätzliche Funktionen, etwa eine Flexionsanalyse, die Trennung zusammengesetzter Substantive und die Integration zahlreicher weiterer Übersetzungsquellen.
Linguee ist aber kein reines Wörterbuch, sondern sucht auch nach kompletten Übersetzungen. Bislang umfasste die Datenbank 100 Millionen Satzbeispiele pro Sprache. Der Dienst durchforstet das Netz also nach Texten, die in Quell- und Zielsprache vorliegen. Die sollen von echten Personen übersetzt worden sein – hin und wieder mogelt sich aber wohl doch ein Text dazwischen, der aus einer maschinellen Übersetzung stammt. Linguee bietet Übersetzungen zwischen Deutsch und Englisch an, außerdem von Englisch nach Spanisch, Französisch sowie Portugiesisch und umgekehrt.
Die Websites aus c't 22/2011