Konkurrierende Interessenvertreter vereinigen sich im Open Grid Forum

Unter dem Dach des Open Grid Forum sollen alle BemĂĽhungen um die Standardisierung von Grid Computing, die Entwicklung von Anwendungen wie auch die Verbreitung der Technik gebĂĽndelt werden.

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Das Global Grid Forum (GGF) und die Enterprise Grid Alliance (EGA) standen sich bisher eher konkurrierend gegenĂĽber. Gemeinsam wollen beide Lager nun im neu gegrĂĽndeten Open Grid Forum (OGF) den Einsatz von Techniken fĂĽr das Grid Computing vorantreiben.

Als Vereinigung von Anwendern, Entwicklern und Herstellern arbeitete das GGF vornehmlich an einer weltweiten Standardisierung des Grid Computing. Die überwiegend von Herstellern getragene EGA konzentrierte sich dagegen primär auf die Entwicklung von Anwendungen, die per Grid Computing optimal genutzt werden können. Unter der Leitung von Mark Linesch, der zuvor dem GGF vor stand, sollen nun beide Organisationen unter dem Dach des OGF zusammengeführt werden. Der offizielle Start soll dann im Herbst während der GridWorld Konferenz (11. bis 14. September 2006) in Washington D.C. in den USA stattfinden. Bis dahin sollen auch sämtliche Posten im Verwaltungsrat besetzt sein.

In Umfragen hatten die Mitglieder beider Organisationen nach einem Zusammenschluss verlangt, um die Interessen aller Beteiligten zu bündeln und gemeinsam vertreten zu können. Nach Aussage des OGF-Vorsitzenden Linesch sei zudem wiederholt der Wunsch nach mehr Offenheit und demokratischen Entscheidungsprozessen in den Führungsgremien geäußert worden. Diesen Forderungen wolle das Open Grid Forum künftig gerecht werden. Die Vereinigung wird drei Mitgliedsstufen für kommerzielle Unternehmen anbieten: für 50.000 US-Dollar erhält man als Platin-Mitglied außerdem einen der zehn Sitze im Vorstand des OGF. Für 25.000 beziehungsweise 10.000 US-Dollar sind Gold- und Silber-Mitgliedschaften zu haben. Nonprofit-Organisationen zahlen als Silber-Mitglied nur 5.000 US-Dollar. Einzelpersonen können für einen Beitrag von 100 US-Dollar dem OGF beitreten.

Beim Grid-Computing geht es darum Rechner so zu verbinden, dass die Rechenkapazitäten gemeinsam genutzt werden können. Grids werden hauptsächlich in der Forschung und Industrie bei sehr komplexen Berechnungen wie der Klima- und Wetter-Simulation eingesetzt. Aber auch in anderen Bereichen sollen Grid Computing und Lösungen für das verteilte Rechnen helfen, die ansonsten häufig brach liegenden Ressourcen besser auszunutzen. Beim bekannten Projekt SETI@home beispielsweise kann auch jeder Privatmensch die Rechenleistung seines PC für die Suche nach außerirdischer Intelligenz zur Verfügung stellen. (map)