Digicam-Boom: Quelles ehemalige Fotolabore müssen schließen
Für die Großlabore in Nürnberg und Berlin konnten keine neuen Käufer gefunden werden.
Der Triumphzug der Digitalfotografie sei der Grund, dass nun die beiden früheren Foto-Quelle-Labore RCL Colorlabors in Nürnberg und Berlin geschlossen würden, meldet das Handelsblatt. Betroffen seien insgesamt 244 Mitarbeiter -- davon 178 in Nürnberg und 66 in Berlin. Das Insolvenzverfahren war bereits am 1. Februar eröffnet worden. "Wir haben versucht, einen Käufer für RCL zu finden. Alle haben abgewunken", zitiert das Blatt den Insolvenzverwalter Siegfried Beck. "Wir haben derzeit eine dramatische Entwicklung am Fotomarkt. Der Markt für analoge Fotografie bricht zusammen." Zudem habe das Fotolabor seit Jahren rote Zahlen geschrieben. Quelle habe diese Verluste seit zehn Jahren gedeckt, erläuterte der Insolvenzverwalter.
Der RCL-Betriebsratsvorsitzende Thomas Weigelt macht für das Aus des seit 1957 bestehenden Laborbetriebs neben dem Bedeutungsverlust der klassischen analogen Fotografie auch Managementfehler verantwortlich. Die Führung habe weder etwas gegen die hohen Personal- und Mietkosten noch gegen die hohen Kosten des Film-Abhol- und Lieferservice unternommen, betonte Weigelt. Einzige Kunden waren zuletzt Quelle- und Karstadt-Filialen. Foto-Quelle hatte das Labor erst im Frühjahr 2004 an die in Mannheim ansässige Firma BT- Mittelstand verkauft. (tol)