T-Systems bringt "Herkules" ins Wanken

Die Telekom-Tochter T-Systems steigt aus dem Bieterkonsortium fĂĽr das Kommunikationsprojekt "Herkules" der Bundeswehr aus.

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Die Telekom-Tochter T-Systems steigt aus dem Bieterkonsortium fĂĽr das Kommunikationsprojekt "Herkules" der Bundeswehr aus. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner kommenden Montagsausgabe berichtet, wird T-Systems kein Angebot fĂĽr das Milliardenprojekt "Herkules" abgeben, deren Ausschreibungsfrist am kommenden Montag enden sollte. Als Grund gab T-Systems-Chef Konrad Reiss an, er wolle sich nicht auf ein Unternehmen einlassen, bei dem die Verantwortung auf die drei Bieter Deutsche Telekom, IBM und Siemens zu gleichen Teilen verteilt wird, so wie es die Bundeswehr wĂĽnscht. Dazu seien die Erfahrungen mit der Maut-Betreibergesellschaft "Toll Collect" zu schlecht. Reiss fordert einen eindeutigen KonsortialfĂĽhrer fĂĽr das milliardenschwere Vorhaben.

Mit dem Ausstieg von T-Systems droht die seit Monaten auf der Stelle tretende Ausschreibung zum Debakel zu werden. Erst im Februar hatte das Konsortium eine Frist fĂĽr eine Angebotsabgabe verstreichen lassen. Zuvor hatte bereits ein erstes Konsortium, bestehend aus dem RĂĽstungskonzern EADS, dem IT-Dienstleister CSC Ploenzke sowie dem Mobilfunkunternehmen Mobilcom im vergangenen Sommer die Verhandlungen mit dem Verteidigungsministerium abgebrochen, weil man nicht glaubte, dass die geforderten Leistungen innerhalb des Kostenrahmens zu erfĂĽllen seien.

Mit "Herkules" soll das veraltete Kommunikations- und Datensystem der Bundeswehr modernisiert und vereinheitlicht werden. Dafür will die Bundeswehr innerhalb der nächsten zehn Jahre 6,65 Milliarden Euro ausgeben. Unklar ist, ob die nun verbleibenen Konsortiumsmitglieder IBM und die Siemens-Tochter SBS ein Angebot abgeben werden oder ob die Bundeswehr aufgrund der neuen Sachlage die Abgabefrist ein weiteres Mal verlängern wird. (hag)