Filmwirtschaft weitet Selbstkontrolle auf Internet aus
Von der neu gegrĂĽndeten Abteilung FSK.online sollen Internet-Anbieter in Fragen zum Jugendschutz beraten werden.
Die Filmwirtschaft weitet ihre freiwillige Selbstkontrolle (FSK) auf das Internet aus. Von der neu gegründeten Abteilung FSK.online sollen Internet-Anbieter in Fragen zum Jugendschutz beraten werden, sagte FSK-Geschäftsführerin Christiane von Wahlert am Montag in Wiesbaden.
Beispielsweise dürfe ein Kinofilm mit der Altersbeschränkung 18 Jahre erst ab 23 Uhr im Internet gezeigt werden oder nur einem geschlossenen Nutzerkreis zugänglich sein. Über solche Vorgaben solle die Abteilung aufklären. Zahle ein Anbieter den Mitgliedsbeitrag von jährlich 3000 Euro, dürfe er zudem ein Gütesiegel auf seiner Internetseite anbringen. Von 30 Mitarbeitern kümmerten sich nun drei um Online-Fragen.
Die FSK mit Sitz in Wiesbaden prüfte bisher unter anderem Kinofilme, Kinowerbung, Trailer und Videos auf jugendgefährdende Inhalte und vergibt Altersbeschränkungen. Mitte September sprach die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der FSK sowie der Freiwilligen Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) die Anerkennung für den Online-Bereich aus.
Für zu großzügig vergebene Freigaben waren die Prüfer immer wieder kritisiert worden. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte dieses Wochenende nach einem Test von 60 Kinofilmen geschrieben, etwa jeder dritte von 12 Jahren an freigegebene Streifen enthalte "Szenen mit expliziter Gewalt, gut sicht- und hörbarem Sex oder obszöner Sprache".
Von Wahlert entgegnete darauf: "Es gibt immer Entscheidungen, mit denen nicht alle einverstanden sind." Insgesamt machten die 250 ehrenamtlichen Prüfer aber eine gute Arbeit. Sie plane nicht, die Prüfungspraxis zu ändern. (anw)