Google Music soll bald Betaphase verlassen

Der Musikdienst, den Google seit Mai dieses Jahres testet, soll laut einem Bericht des "Wall Street Journal" mit dem Social Network Google+ verknüpft werden.

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Google will seinen Online-Musikdienst innerhalb der nächsten zwei Wochen aus der Betaphase entlassen. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf eingeweihte Personen berichtet, soll der Dienst eng mit dem Social Network Google+ verknüpft werden.

Auf Google Music können Nutzer seit Mai 2011 ihre Musikstücke mit Google-Servern synchronisieren, und zwar mit Hilfe einer Software, die für Windows, Mac OS X und Linux erhältlich ist. Danach können sie die Songs per Streaming im Webbrowser oder auf dem Android-Smartphone wiedergeben. Obwohl für die Wiedergabe im Browser eigentlich Flash installiert sein muss, lässt sich die Musik über eine spezielle Website ("Web-App") auch mit einem iPhone oder iPad anhören. Für die Google-Music-App wird ein Android-Gerät mit einer Version des Betriebssystems ab 2.2 benötigt. Nutzer der Android-Version 2.1 müssen den Flash Player installieren, dann können sie wie die iOS-Nutzer den Dienst auf music.google.com besuchen.

Über Google+ soll man anderen Anwendern Songs empfehlen können. Diese sollen die jeweiligen Stücke einmal kostenlos in voller Länge anhören können. Danach würden die Musikstücke für voraussichtlich 99 Cent erhältlich sein, heißt es in dem Bericht.

Dafür habe Google aber noch nicht die Einwilligung der wichtigsten Plattenlabel in der Tasche. Als erste der größten Musikfirmen könnte EMI gewillt sein, mit Google Music zu kooperieren. Mit der Universal Music Group habe der Internetdienstleister bereits Verhandlungen geführt, doch es sei unklar, ob sie noch vor dem offiziellen Start des Musikdienstes erfolgreich abgeschlossen werden können.

Kurz davor, eine Vereinbarung abzuschließen, stehe Google mit zwei Organisationen, die unabhängige Label vertreten. Bei den anderen beiden "Major Label" Sony Music und Warner Music sei eine Kooperation noch nicht in Sicht. Sony störe sich daran, dass Google auf seinen Angeboten nicht ausreichend viel gegen Urheberrechtsverletzungen unternehme; Warner bemängele, dass Google Music – im Unterschied zum kürzlich angekündigten iTunes Match – kostenlos sein soll. (anw)