Österreichs Kommunikationsmärkte 2005 weiter gewachsen
Der Fernsehkonsum pro Person ab 14 Jahren hat in Österreich mit 166 Minuten pro Tag (plus 2 Minuten) einen neuen Höchstwert erreicht. Für Internet (36 Minuten) und Tageszeitungen (30 Minuten) haben die Österreicher deutlich geringere Zeitbudgets.
Die österreichischen Kommunikationsmärkte (Telekommunikation und Medien) sind 2005 weiter gewachsen. Dies geht aus dem am gestrigen Mittwoch präsentierten Kommunikationsbericht 2005 (PDF-Datei) der Rundfunk- und Telekom-Regulierungs-GmbH (RTR) hervor. Die Werbeeinnahmen der klassischen Medien (ohne Kino, Online, Gelbe Seiten und Prospekte) sind gegenüber dem Jahr 2004 um 5,1 Prozent gestiegen und liegen mit 2,096 Milliarden Euro erstmals über der Zwei-Milliarden-Marke. Der Zuwachs beim Endkundenumsatz der Telekommunikationsbranche hat sich von 6 auf 2,7 Prozent verlangsamt.
Fast alle klassischen Werbeträgerformen konnten 2005 zulegen (Print, Privat-TV, Hörfunk, Außenwerbung), nur das ORF-Fernsehen musste einen Rückgang der Werbeeinnahmen verbuchen. Über die Entwicklung der Einnahmen aus Rundfunkgebühren gibt der Kommunikationsbericht keine Auskunft. Während Tageszeitungen einen um 2 Prozentpunkte größeren Teil des Werbekuchens erhielten, mussten Radio (8 Prozent), Fernsehen (24 Prozent) und sonstige Printprodukte (30 Prozent) jeweils einen Prozentpunkt abgeben. Die restlichen 8 Prozent entfallen auf Außenwerbung. Kräftig angezogen hat laut Focus Media Research der Online-Werbemarkt. 28,4 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 28,5 Prozent gegenüber 2004 und plus 173 Prozent gegenüber 2003.
Der Anteil der Haushalte mit Fernsehgerät ist um zwei Promillepunkte auf 97,3 Prozent gesunken. Der Fernsehkonsum pro Person ab 14 Jahren hat mit 166 Minuten pro Tag (plus 2 Minuten) einen neuen Höchstwert erreicht. In verkabelten Haushalten beträgt dieser Wert sogar 193 Minuten (plus 8). Radio wird durchschnittlich 213 Minuten täglich konsumiert. Für Internet (36 Minuten) und Tageszeitungen (30 Minuten) haben die Österreicher deutlich geringere Zeitbudgets.
Für die Telekommunikationsbranche weist der Kommunikationsbericht 2005 einen Gesamtumsatz von 4,793 Milliarden Euro (plus 128 Millionen) aus. Während sich die Schrumpfung des Festnetzmarktes weiter beschleunigte (minus 4,9 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro), blieb der Mietleitungsmarkt mit etwa 100 Millionen Euro stabil. Das Wachstum bei Mobilfunk und Breitband-Anschlüssen hat sich indes verlangsamt. Mit letzteren wurden 440 Millionen Euro umgesetzt, was einem deutlich Plus von 21,9 Prozent entspricht. 2004 hatte dieses jedoch noch 29,4 Prozent ausgemacht.
Der Umsatz der Mobilfunker kletterte um 5 Prozent (nach 10,5 Prozent) auf 2,691 Milliarden Euro. Mit 11,35 Prozent erreichen die Datendienste erstmals einen zweistelligen Wert, wobei insbesondere SMS-Dienste stark zugelegt haben. Der Großhandelsumsatz ist mit 1,051 Milliarden Euro erstmals über die Milliardengrenze gestiegen. Davon entfallen etwa 713 Millionen Euro auf Mobilterminierungsleistungen, 75 Millionen auf sonstige Leistungen und rund 263 Millionen auf Einnahmen von Kunden ausländischer Netze. Etwa die Hälfte des Incoming-Roaming entfällt auf Kunden deutscher Netzbetreiber. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)