Markt für kleinere OLEDs wächst
Nach langer Verzögerung geht es im OLED-Bereich bei den kleineren Displays aufwärts.
Nach langer Verzögerung scheint es im OLED-Bereich bei den kleineren Displays so langsam aufwärts zu gehen. Das legen zumindest die jüngsten Zahlen des Marktforschungsinstituts DisplaySearch nahe. Demnach konnten die OLED-Hersteller im ersten Quartal 71 Prozent mehr organische Display verkaufen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Umsatzplus fiel mit 56 Prozent nicht ganz so deutlich aus, was an den leicht gesunkenen Preisen lag. Zwar gingen die Zahlen gegenüber dem letzten Quartal 2006 etwas zurück, doch dies führen die Marktforscher auf saisonale Gründe – das umsatzstarke Weihnachtsquartal – zurück.
Nur vier Hersteller beherrschen rund 80 Prozent des Gesamtmarktes: Pioneer eroberte mit 20,8 Prozent Marktanteil erstmals Platz eins vor Samsung SDI (20,4 %); LG Electronics und RiTdisplay folgen mit 20 % respektive 19,4 % dicht auf. RiTdisplay konnte sich bei den Stückzahlen an die Spitze des Feldes schieben. Das taiwanische Unternehmen besitzt Anlagen für Polymer-LEDs (mit Lizenz von DuPont) und für Small Molecule-OLEDs (mit Lizenz von Kodak). Wie Pioneer auch verzeichnete die RiTEK-Tochter im Vergleich zum letzten Quartal einen deutlichen Umsatzzuwachs, während Samsung sowohl im Quartalsvergleich als auch gegenüber dem Vorjahr deutliche Abstriche hinnehmen musste.
Das Haupteinsatzgebiet für die organischen Displays waren sogenannte Subdisplays, die sich als Zweitschirm im Mobiltelefon in Japan großer Beliebtheit erfreuen. Knapp 66 Prozent der rund 19 Millionen verkauften Plastikanzeigen im ersten Quartal des Jahres waren solche passiv-Matrix-Displays. Weitere 21 Prozent wanderten in MP3-Player. Als Hauptanzeige konnten die OLEDs zwar merklich zulegen, verdanken die mit 119 % überdurchschnittliche Steigerung aber nach Einschätzung der Marktforscher vor allem einem Mobiltelefon von Kyocera, das mit einem 2,4-zölligen aktiv-Matrix-OLED von Samsung ausgestattet wurde. Insgesamt konnten die Hauptanzeigen mit nur fünf Prozent oder 986.000 verkaufter Schirme immer noch relativ wenig Boden gutmachen.
Die mit Pixeltransistoren angesteuerten aktiv-Matrix-OLEDs bereiten den Herstellern nach wie vor einige Probleme. So stellten Samsung und LG auf der diesjährigen DisplayWeek hochauflösende farbige Plastikschirme vor und Sony und Toshiba präsentierten kürzlich sogar große Fernseher mit AMOLED-Schirm. Von einer Marktreife sind solche Prototypen aber noch einiges entfernt. Während die Hersteller bei den passiv-Matrix-OLEDs, die über ein Leitungsgitter gesteuert werden, in der Produktion angeblich eine annähernd so hohe Ausbeute erzielen wie bei der LCD-Fertigung, sind Ausschussraten von über 50 Prozent bei der AMOLED-Fertigung entschieden zu hoch für eine rentable Produktion. Auch die Lebensdauer der bunten Leuchtstoffe ist weiterhin heikel, vor allem da sie für die RGB-Grundfarben unterschiedlich ausfällt – in der Folge wird der Schirm nach längerem Gebrauch farbstichig. Immerhin lieferten vier große Hersteller (Samsung, Sony, Kodak und eMagin) im ersten Quartal 335.000 AMOLEDs aus. Und wenn die Prognosen der Forscher von DisplaySearch stimmen, soll sich die Menge bereits im zweiten Quartal knapp verdoppeln.
Für großflächige Plastikschirme etwa in Monitoren oder Fernsehgeräten sieht die nahe Zukunft allerdings nicht ganz so rosig aus. Hier erwarten auch die Hersteller in den kommenden Jahren keine bemerkenswerten Stückzahlen. (uk)