Initiative D21 will "Handyparken" zum Durchbruch verhelfen
Was in Skandinavien schon üblich ist, gibt es hierzulande nur im ausgewählten Probebetrieb: Parkgebühren mit dem Handy bezahlen. Standardisierte Qualitätskriterien und ein Zertifizierungsverfahren sollen jetzt Kommunen wie Dienstanbietern helfen.
Nach Vorstellung der Initiative D21 soll die Entrichtung von Parkgebühren per Handy bald auch in Deutschland so große Verbreitung finden, wie es in skandinavischen Ländern bereits der Fall ist. Fehlende Qualitätskriterien zur Zertifizierung von Anbietern von Abrechnungssystemen fürs "Handyparken" hätten die Verbreitung bisher behindert. Eine von D21 und Partnern gestartete Projektgruppe unter der Leitung von Thomas Weil (Stadt Köln) hat nun einen Kriterienkatalog erarbeitet. Kommunen erhalten dadurch mehr Transparenz bei der Beurteilung, der von den Dienstanbieter genutzten Verfahren zur Datenübertragung, dem Datenschutz sowie der Abwicklung der Finanzströme.
Zertifizierungen der Betreiber von "Handyparken" wird die Deutsche Telematikgesellschaft TelematicsPro e.V. in Berlin vornehmen. Obwohl die Zertifizierung nur auf freiwilliger Basis erfolgt, haben sich schon drei Betreiber – die Stadt Lemgo, die Münchner Parkmobile Deutschland GmbH und die M-Parking GmbH aus Berlin – angemeldet. Nach Vorstellungen der D21-Projektgruppe soll der Zertifizierungsprozess auch zu einer bundesweiten Standardisierung von "Handyparken" beitragen.
Nachdem im vergangenen Jahr eine Forschungsarbeit des Zentrums für integrierte Verkehrssysteme (ZIV) der TU Darmstadt der neuen Abrechnungsmethode zum Durchbruch verholfen hatte, läuft die Parkgebührenabwicklung per Handy derzeit allerdings erst in zehn deutschen Kommunen im Testbetrieb. Von den über 10.000 angemeldeten Nutzern in Berlin zeigen sich 90 Prozent sehr zufrieden mit dem Verfahren. Zu diesem Ergebnis kam eine vom ZIV, der Bundesanstalt für Straßenwesen und der TU Berlin durchgeführten Umfrage. Im Saarland stehen im Rahmen des Projekts MOPAS (Mobile Parking System) 3.000 gebührenpflichtige Parkplätze in den Städten Saarbrücken und Neunkirchen zur Verfügung, die mit dem Handy bezahlt werden können. (map)