Telekom fordert mindestens 1,3 Millionen Euro von Drillisch zurĂĽck
Die Telekom wirft dem Mobilfunkprovider aus dem hessischen Maintal Provisionsbetrug vor und hatte am Montag Strafanzeige gestellt. Die Rückforderungen könnte sich aber womöglich noch erhöhen.
Im Streit der Deutschen Telekom mit einem Tochterunternehmen des Mobilfunk-Serviceproviders Drillisch verlangt der Bonner Konzern mindestens 1,3 Millionen Euro an Provisionszahlungen zurück. Die Telekom wirft dem Unternehmen aus dem hessischen Maintal Provisionsbetrug vor, kündigte die Verträge fristlos und erstattete am Montag Strafanzeige in Hanau. Die Rückforderungen könnte sich aber womöglich noch erhöhen, sagte ein Telekom-Sprecher am Dienstag in Bonn auf Anfrage. Die Drillisch AG war für weitere Stellungnahmen nicht zu erreichen.
Der Konzern habe festgestellt, dass der Vertriebspartner seit Februar 2011 rund 30.000 Mobilfunkanschlüsse aktiviert habe, ohne dass tatsächliche Kundenverhältnisse mit Prepaidkarten-Besitzern zugrunde lägen. Auf diese Weise habe Drillisch mit seiner Tochterfirma Simply die Telekom um Provisionen betrogen. Nach Angaben von Drillisch entspricht diese Darstellung "nicht den Tatsachen". Für weitere Stellungnahmen war die Drillisch AG nicht zu erreichen.
Die Drillisch-Aktie erholte sich nach einem dramatischen Einbruch wieder etwas. Am Montagabend lag sie nach Bekanntwerden rund 40 Prozent unter dem Vortageswert im TecDax, bis Dienstagmittag legte sie wieder um 20 Prozent zu und lag bei rund sechs Euro. Nach einer eigenen Prognose soll der operative Gewinn bei Drillisch in diesem Jahr bei 52 Millionen Euro liegen.
FĂĽr Kunden der Drillisch AG und ihrer Tochterunternehmen, die das Telekom-Netz nutzen, ergeben sich nach Angaben der Telekom keine Auswirkungen. Die Netzleistungen wĂĽrden weiter erbracht. (vbr)