SAP steigert Jahresgewinn um 25 Prozent [Update]
Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Europas größter Softwarehersteller wegen höherer Investitionen in das Geschäft mit dem Mittelstand mit einer weiter sinkenden Marge.
Europas größter Softwarehersteller SAP hat im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient als 2005. Der Überschuss sei um ein Viertel auf 1,9 Milliarden Euro gestiegen, der operative Gewinn um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro geklettert. Wie bereits kürzlich bekannt gegeben, stieg der Umsatz 2006 um zehn Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Die operative Marge sank auf 27,3 (27,4) Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet SAP wegen höherer Investitionen in das Geschäft mit dem Mittelstand mit einer weiter sinkenden Marge.
Das Wachstum beim Produktumsatz soll höher ausfallen als 2006. Eine einzelne Prognose für den wichtigen Lizenzerlös, der im Produktumsatz enthalten ist, gab SAP nicht ab; im vierten Quartal hatte SAP mit den Lizenzumsätzen die eigenen Prognosen verfehlt. Die operative Marge werde für 2007 zwischen 26,0 und 27,0 Prozent liegen.
[Update]:
SAP will mit einer Mittelstandsoffensive seine Position als weltweit führender Anbieter für Unternehmenssoftware untermauern. Bis zu 400 Millionen Euro wird das DAX-Unternehmen in diesem Jahr in das neue Geschäftsfeld investieren, sagte Vorstandschef Henning Kagermann am Mittwoch in Frankfurt. "SAP ist eine Wachstumsfirma." Bis zum Jahr 2010 sollen bis zu 45 Prozent aller Auftrageingänge vom Mittelstand kommen. Das Marktvolumen wird auf rund 15 Milliarden Euro geschätzt.
Als Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2007 gab Kagermann ein währungsbereinigtes Plus von bis zu 14 Prozent beim Produktumsatz aus. Die Börse reagierte enttäuscht auf den Ausblick des Walldorfer Softwarehauses. Der Kurs sackte wie bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen für das Jahr 2006 kräftig um zeitweise mehr als fünf Prozent und auf den tiefsten Stand seit September 2006. Als Begründung gaben Analysten an, dass SAP wegen der hohen Investitionen in das Mittelstandsgeschäft mit einer niedrigeren Rendite rechne.
Kagermann sprach von einem soliden Jahr 2006. Er räumte jedoch mit Blick auf die verfehlte Prognose bei den Softwarelizenzerlösen ein, dass Europas führendes Softwarehaus nicht alles Ziele erreicht habe. Die weltweiten Marktanteile seien aber weiter ausgebaut und der Abstand zum härtesten Konkurrenten Oracle nochmals vergrößert worden.
Die Zahl der Mitarbeiter wurde um 3480 auf 39.355 im Konzern ausgebaut. Auf dem heimischen Markt kamen nach Angaben von Deutschland-Chef Michael Kleinemeier rund 300 neue Jobs hinzu. 2007 will das weltweit drittgrößte Softwarehaus erneut 3500 neue Stellen schaffen, davon bis zu zehn Prozent in Deutschland. (dpa) / (jk)