Nokia startet Joint-Venture in China fĂĽr 3G-Entwicklung

Der chinesische MobilfunkausrĂĽster China Putian wird 51 Prozent an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, das ab dem kommenden Jahr 3G-Infrastruktur in den Standards TD-SCDMA und WCDMA ausliefern will.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Der finnische Mobilfunkkonzern Nokia und der Telecom-Ausrüster China Putian wollen ein Joint-Venture gründen, das ab 2006 gemeinsam entwickelte 3G-Mobilfunkinfrastruktur in den Standards TD-SCDMA und WCDMA ausliefern soll. Das Gemeinschaftsunternehmen, an dem die Chinesen 51 Prozent und Nokia 49 Prozent halten werden, soll in Wuhan, der Haupstadt der Provinz Hubei enstehen. Nach eigenen Angaben investieren die Firmen gemeinsam rund 90 Millionen in das Joint-Venture, das unter dem China Putian gehörenden Markennamen Potevio auftreten wird. Der Gründung des Joint-Venture voraus ging ein Jahrzehnt der Kooperation bei GSM-Produkten. Zugleich kündigte Nokia an, WCDMA-Lösungen auch in China weiterhin unter eigenem Namen zu vermarkten.

China Putian hat rund 5000 Mitarbeiter gehört zu den Pionieren bei der Entwicklung des Mobilfunkstandards Time Division Synchronous Code Division Multiple Access. Über den chinesischen Standard informiert das TD-SCDMA Forum. In der Volksrepublik gibt es Bestrebungen, mit dieser im eigenen Land entwickelten 3G-Variante möglichst unabhängig von westlichen 3G-Standards wie dem in Europa verbreiteten WCDMA / UMTS und dem US-Standard CDMA-2000 zu werden, deren Einsatz die Zahlung von Lizenzgebühren an Patentinhaber wie Nokia, Ericsson oder Qualcomm nach sich zieht. Bereits 1999 hatte mit Siemens ein europäischer Mobilfunkausrüster mit chinesischen Firmen bei der Entwicklung von TD-SCDMA kooperiert. Anfang 2004 startete Siemens zu diesem Zweck ein Joint-Venture mit Huawei. (ssu)