Maggi.com geht an Nestlé

Anders als beim Schiedsgericht der WIPO konnte sich der Konzern vor dem Schweizerischen Bundesgericht gegen einen Mann durchsetzen, der unter der Adresse eine Familien-Site betreibt.

vorlesen Druckansicht 408 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Der Schweizer Romeo Maggi muss seine Domain maggi.com an den Nestlé-Konzern übergeben, der Inhaber der Marke Maggi ist. Bislang befindet sich unter dieser Internet-Adresse eine Familien-Site des Schweizers, der nun vor dem Bundesgericht in Lausanne unterlag. Dieses hat ein Urteil des Nidwaldner Kantonsgerichts bestätigt, berichtet der Tagesanzeiger.

Romeo Maggi hatte die Domain laut Archiv der World Intellectual Property Organisation (WIPO) im Juni 1996 auf seine Firma Pro Fiducia Treuhand AG registrieren und im November 1999 sich selbst als Registrant eintragen lassen. Im Oktober 2001 entschied das Schiedsgericht der WIPO, der Beschwerdeführer Nestlé habe nicht nachweisen können, dass die Domain maggi.com zu Unrecht oder aus böser Absicht registriert worden sei.

Das Bundesgericht in Lausanne war nun anderer Meinung. Die Richter befanden, beide Parteien seien zu der Bezeichnung "Maggi" berechtigt. Auf der einen Seite stehe das Namensrecht der Privatperson, auf der anderen das Marken-, Firmen- und Wettbewerbsrecht der zwei Firmen. Das Kantonsgericht habe aber zu Recht erkannt, dass in diesem Konflikt die Interessen von Nestlé und Maggi vorgingen. Internet-Benutzer würden den Begriff "Maggi" nicht mit einem unbekannten Familiennamen, sondern mit der berühmten Marke verbinden, schreibt der Tagesanzeiger. (anw)