Kodak will angeblich weiteren Geschäftsbereich abstoßen
Der kriselnde Fotokonzern sucht laut einem Zeitungsbericht nach einem Käufer für sein Online-Portal Kodak Gallery.
Der US-amerikanische Fotokonzern Kodak will offenbar einen weiteren Geschäftsbereich abstoßen. Nachdem das Unternehmen auf der Suche nach dringend benötigtem Geld zuletzt seine Bildsensoren-Produktion losgeworden ist und mit dem Verkauf von Digitalfotografie-Patenten begonnen hat, ist laut einem Zeitungsbericht das Online-Portal Kodak Gallery dran. Das Wall Street Journal berichtet aus eingeweihten Kreisen, Kodak verlange "hunderte Millionen Dollar".
In die Kodak Gallery können die 75 Millionen registrierte Nutzer übers Web oder mit Hilfe einer Upload-Software ihre digitalen Fotos ablegen, mit anderen Nutzern teilen und – kostenpflichtig – auf diverse Medien drucken lassen. In der Sparte der Fotosharing-Sites hinkt Kodak auf dem Hauptmarkt USA nach Besucherzahlen den Konkurrenten Flickr, Photobucket, Picasa und Shutterfly hinterher. Angesicht rückläufiger Besucher- und Nutzerzahlen könne es für Kodak schwierig werden, einen Käufer zu finden, hieß es in dem Zeitungsbericht. Auch habe die Sparte bisher noch keinen Gewinn abgeworfen.
Kodak versucht, sich vom Foto- zum Druckerspezialisten zu wandeln – der Umbau kostet aber viel Geld. Seit einigen Wochen wird über eine mögliche Pleite des Fotopioniers spekuliert. Anfang Oktober betonte das Unternehmen, keine Insolvenz anmelden zu wollen. Im vergangenen Quartal hat der Konzern mit 1,46 Milliarden US-Dollar 17 Prozent weniger umgesetzt als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Der Verlust stieg von 43 Millionen auf 222 Millionen US-Dollar. In den Markt für Online-Fotodienste ist Kodak 2001 durch Übernahme von Ofoto für einen Preis unter 100 Millionen US-Dollar eingestiegen. (anw)