Sharp baut Produktion von LCD-Panels aus
Die LCD-Hersteller, die seit Jahren mit rapide sinkenden Preisen zu kämpfen haben, stehen vor einem weiteren Produktionsschub.
Die LCD-Hersteller, die seit Jahren mit rapide sinkenden Preisen zu kämpfen haben, stehen vor einem weiteren Produktionsschub. Der japanische Sharp-Konzern will den Ausstoß seines neuen Werks Kameyama-2 bis Ende 2008 verdreifachen, sagte der zuständige Manager Michiharu Nishihara auf der CeBIT-Preview in Hamburg. Man prüfe auch den Bau weiterer Fabriken. Auch andere Hersteller bauen ihre Kapazitäten aus. Sharp rechne weiterhin mit einem Preisabschlag von 20 bis 25 Prozent im Jahr, sagte Nishihara. Dank der niedrigeren Preise und steigenden Nachfrage hoffe man aber, den Absatz um 80 Prozent zu erhöhen; vor einigen Tagen hieß es bei Sharp noch, man wolle bei dem Ausbau der Kapazitäten weniger auf steigende Stückzahlen denn auf steigende Gewinne achten.
Kameyama-2, die modernste Sharp-Fabrik, soll bis Ende 2008 pro Monat 90.000 Rohpanels produzieren. Aus jedem können acht Bildschirme mit einer Diagonale von 52 Zoll (132 cm) geschnitten werden. Die Fabrik startete im August 2006 mit 15.000 Rohpanels im Monat. Für die Zukunft arbeitet Sharp an einer Technik, die mit 4096 × 2160 Bildpunkten mehr als das Vierfache der aktuellen HDTV-Auflösung bieten soll.
In Deutschland wurden im vergangenen Jahr laut GfK-Zahlen insgesamt 2,19 Millionen LCD-Fernseher verkauft, mehr als doppelt so viele wie 2005 (plus 113 Prozent). Für dieses Jahr rechnet Sharp mit 3,47 Millionen Geräten aller Anbieter. Dabei steigt der Anteil großer Fernseher. Weltweit rechnet Sharp mit 68 Millionen verkauften LCD-Fernsehern aller Hersteller im laufenden Sharp-Geschäftsjahr (bis Ende März 2007). Auf Europa entfallen davon 23 Millionen, damit sei es inzwischen "ganz klar der größte Absatzmarkt", sagte Sharp-Manager Gunter Kürten. Auch deshalb brachte Sharp zu der CeBIT-Vorveranstaltung in Hamburg den weltgrößten Flachbildfernseher mit, der eine Bildschirmdiagonale von 108 Zoll (2,74 Meter) hat. Mit dem Gerät überholte Sharp den bisherigen Rekordhalter Panasonic, der mit einem Plasma-Fernseher auf 103 Zoll kam. (dpa) / (jk)