Lexar und Toshiba streiten weiter um Flash-Patente

Der kalifornische Superior Court verurteilte die Japaner dazu, 465 Millionen US-Dollar an Lexar zu zahlen. Toshiba will jedoch den Rechtsweg ausschöpfen und sieht im Urteil keinen Anlass, seine Ertragsprognose zu senken.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Die juristische Auseinandersetzung zwischen dem US-Flashmedienhersteller Lexar und der US-Tochter des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba um die Verwendung von technischem Know-how wird auch nach dem jüngsten Gerichtsentscheid weitergehen. Nachdem Toshiba im März zu einer Strafzahlung von 380 Millionen US-Dollar verurteilt worden war, entschied das oberste Gericht in Kalifornien gar, Toshiba müsse über 465 Millionen US-Dollar (rund 385 Millionen Euro) wegen des Bruchs der Treuepflicht und Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen zahlen.

Die GrĂĽnde fĂĽr die millionenschweren Auseinandersetzung gehen zurĂĽck bis ins Jahr 1996, als Toshiba sich an Lexar mit dem Wunsch gewandt hatte, bei der Entwicklung von Speichermedien zu kooperieren. Lexar wirft den Japanern vor, dass Toshiba vertrauliche Informationen ĂĽber Lexar-Technologie an den Konkurrenten SanDisk weitergegeben habe. Auch basiere eine Reihe der inzwischen von Toshiba vertriebenen Speichermedien unberechtigterweise auf dem Know-how von Lexar.

Nach Auffassung von Lexar gründet sich die jüngste Gerichtsentscheidung auf einem "Berg an Beweisen". Der Speicherspezialist gibt sich zuversichtlich, dass Toshiba mit seiner Taktik, das Gerichtsverfahren zu verschleppen, letztlich erfolglos bleiben werde. Eine Darstellung der Auseinandersetzung aus der Perspektive von Lexar dokumentiert das Unternehmen auf seiner Website. Über die gerichtliche Auseinandersetzung um den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen hinaus kündigte Lexar an, das ebenfalls laufende Verfahren um Patentverletzungen weiterzuverfolgen und erwartet, dass die Beweiserhebung Anfang 2006 abgeschlossen sein wird. Mit einer Hauptverhandlung rechnet der Speicherhersteller jedoch erst zum Jahresende 2006.

In einer von Toshiba verbreiteten Stellungnahme zum jüngsten Gerichtsurteil kündigen die Japaner ihrerseits an, alle möglichen Rechtsmittel gegen die Strafzahlung auszuschöpfen. Das jüngste Urteil beruhe auf einer fehlerhaften Entscheidung der Jury. Derzeit sieht Toshiba keinen Anlass, seine Ertragsprognose wegen der Auseinandersetzung mit Lexar zu ändern. Daüber hinaus betont das japanische Unternehmen, zu den Entwicklern von NAND-Speichertechnologie zu gehören: Flash-Speicher blieben ein strategisches Produkt für den Konzern und basierten auf Toshiba-eigenem Know-how. (ssu)