Philips liegt über den Erwartungen
Der operative Gewinn des niederländischen Elektronikkonzerns ging allerdings zurück; vor allem Anteilsverkäufe spülten Geld in die Unternehmenskasse.
Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat das dritte Quartal besser abgeschlossen als zunächst erwartet. Sowohl Umsatz als auch Gewinn gingen in die Höhe. Allein der Verkauf von Anteilen spülte gut eine Milliarde Euro in die Kasse. Der Gewinn stieg nach Angaben des Unternehmens auf 1,436 Milliarden Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 1,172 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um fünf Prozent auf 7,626 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn allerdings ging von 1,02 Milliarden Euro im 3. Quartal 2004 auf jetzt 442 Millionen zurück.
Fast alle Geschäftsbereiche trugen im Jahresvergleich zum Wachstum bei. Bei Halbleitern allerdings gab es nur einen leichten Umsatzzuwachs um 2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Immerhin konnte die Halbleitersparte aber gegenüber dem Vorquartal den Umsatz um 7 Prozent steigern. Der operative Gewinn in der Chipproduktion ging im Jahresvergleich von 179 auf 90 Millionen Euro zurück. Bei den von Philips als Zukunftsbereich gesehenen medizinischen Systemen gab es ein Umsatzplus um 9 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, der Gewinn allerdings blieb mit 155 Millionen Euro unter dem des Vorjahresquartals (164 Millionen Euro).
Die Unterhaltungselektronik-Abteilung konnte den Umsatz um 11 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro steigern und einen operativen Gewinn von 164 Millionen Euro erzielen, nachdem im Vorjahresquartal ein Verlust von 12 Millionen Euro angefallen war. Die Lichttechnik legte beim Umsatz um 7 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu, der operative Gewinn sank von 142 auf 130 Millionen Euro. "Wir sind auf dem Weg, unsere finanziellen Ziele zu erreichen", erklärte Philips-Chef Gerard Kleisterlee; nach einem "langsamen ersten Halbjahr" sei man über das Wachstum in allen Bereichen erfreut.
Nicht recht zufrieden dürfte Kleisterlee allerdings mit dem Joint Venture LG.Philips Display sein. Der Umsatz ging -- vor allem wegen des Booms bei LCD-Bildschirmen, der der mittlerweile an der Börse notierten LG.Philips LCD gute Geschäfte bescherte -- um 31 Prozent im Jahresvergleich auf 569 Millionen Euro zurück. Netto kam ein Verlust von 7 Millionen Euro zu Stande, von denen Philips einen Anteil von 4 Millionen Euro in den eigenen Bilanzen verbuchen musste. Vor einem Jahr machte das Joint Venture mit dem Elektronikkonzern LG noch einen Gewinn von 40 Millionen Euro, wovon 20 Millionen Euro in den Philips-Kassen landeten. (jk)