Bluetooth-Zuwachs aus Nokias Labor

Die ultrasparsame Nahfunktechnik Wibree, die funkende Uhren, Sportartikel oder medizinische Geräte mit sehr geringer Stromaufnahme ermöglicht, verschmilzt mit dem großen Bluetooth-Bruder.

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Von
  • Dusan Zivadinovic

Die Bluetooth Special Interest Group und Nokia haben sich geeinigt, die Nahfunktechnik Wibree in die Bluetooth-Spezifikation zu integrieren. Wibree ist eine besonders sparsame Funktechnik (ultra low power), deren Entwicklung Nokia im Oktober 2006 angestoßen hatte. Nun soll sie als Bluetooth-Bestandteil in besonders stromsparenden Geräten zum Einsatz kommen. Sprecher der beiden Gruppen nennen als Beispiele medizinische Geräte, Uhren, Spielzeuge oder auch Sport- und Wellness-Accessoires.

Zugleich geht das Wibree Forum, unter dessen Dach die Entwicklung bisher vorangetrieben wurde, in der Bluetooth SIG auf. Der Verschmelzung sehen die beiden Gruppen optimistisch entgegen, denn Wibree sei von vornherein zweigleisig ausgelegt – nicht nur als eigenständige Implementation für sehr stromsparende sensorartige Geräte, sondern auch als einfache Erweiterung des klassischen Bluetooth-Funks. Deshalb hofft man, dass die erste Bluetooth-Spezifikation mit Wibree bereits im ersten Quartal 2008 fertig wird.

Die Entwickler haben Wibree so ausgelegt, dass die Funkmodule nur einen Bruchteil der Energie benötigen, die klassische Bluetooth-Funker aufnehmen. So sollen viele Wibree-Geräte mehr als ein Jahr ohne Aufladung des Akkus auskommen. Freilich ist die Wibree-Spezifikation noch nicht fertig (ursprünglich war das zweite Quartal 2007 angepeilt) und Funkmodule existieren bisher nur als Prototypen.

Zum Wibree-Forum gehören Broadcom, Casio, CSR, Epson, ItoM, Logitech, Nordic Semiconductor, ST Microelectronics, Suunto, Taiyo Yuden und Texas Instruments. Manche der Unternehmen sind ohnehin schon Mitglieder in der Bluetooth-SIG; mit den übrigen will man die Arbeit nun unter dem gemeinsamen Dach der tausende Mitglieder zählenden Bluetooth SIG fortsetzen. Weitere Unternehmen aus dem Bereich der Terminal- oder auch Uhrenfertigung seien willkommen, an der Fertigstellung der Spezifikation mitzuwirken. (dz)