US-Unternehmen wollen Jugendschutzsystem in App-Shops anwenden

AT&T, Microsoft, Sprint, T-Mobile USA, U.S. Cellular und Verizon Wireless wollen in ihren Online-Läden für mobile Anwendungen ein System nach dem Vorbild der Bewertung für Computer- und Videospiele einrichten.

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Sechs US-Unternehmen wollen das ursprünglich für Computer- und Videospiele entwickelte Jugendschutz-Bewertungssystem auf ihre mobilen Angebote anwenden. AT&T, Microsoft, Sprint, T-Mobile USA, U.S. Cellular und Verizon Wireless wollen in nächster Zeit ein System (PDF-Datei) installieren, bei dem Entwickler zusammen mit den von ihnen für einen App-Shop eingereichten Anwendungen einen Fragebogen ausfüllen sollen. Dabei sollen sie unter anderem angeben, ob ihre Produkte Gewalt oder sexuelle Darstellungen oder entsprechende Begriffe enthalten. Weitere Angaben bestehen beispielsweise im Alter, das ein Nutzer mindestens haben sollte, und ob die von einem Nutzer erhobenen Daten weitergegeben werden. Danach soll die Anwendung schnell eingestuft und zertifiziert werden.

Die US-Medienkontrolle ESRB (Entertainment Software Rating Board) will laut Mitteilung regelmäßig bei den meist genutzten Anwendungen überprüfen, ob die Angaben der Entwickler richtig sind. Außerdem soll Beschwerden von Nutzern schnell nachgegangen werden. Wenn ein Entwickler sein Produkt per Update entscheidend ändert, muss er erneut einen Fragebogen ausfüllen. Während der Einführungsphase des Systems will sich das ESRB mit dem Verband CTIA – The Wireless Association und den sechs Unternehmen über die Nutzerfreundlichkeit des Bewertungssystems austauschen. Wann die Unternehmen das System eingerichtet haben wollen, steht noch nicht fest. Die Ankündigung wird von Politikern wie dem US-Senator Mark Pryor begrüßt, der sich schon bei früherer Gelegenheit für mehr Jugendschutz im Netz eingesetzt hat. (anw)