Siemens baut Kenias größtes Glasfasernetz

Die Fertigstellung des 1140 Kilometer langen Netzes ist für Ende 2006 geplant. Später sollen darüber auch Binnenstaaten wie Uganda, Ruanda und Burundi an ein geplantes ostafrikanisches Seekabel angebunden werden.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Der kenianische Netzanbieter Kenya Data Networks Ltd. (KDN) hat die Siemens-Sparte Communications mit der Lieferung von optischer Übertragungstechnik zum Aufbau eines 1140 Kilometer langen Glasfasernetzes beauftragt. Siemens beabsichtigt, das neue Glasfasernetz bis Ende 2006 auf Basis seiner Surpass hiT getauften Technologie als Komplettlösung zu implementieren. Der Zeitung The East African zufolge liegt das Auftragsvolumen bei 50 Millionen US-Dollar. Die Glasfaser-Technik soll Mobilfunkbetreibern, ISPs und Festnetzanbietern als Kernnetz von der kenianischen Küstenstadt Mombasa im Südosten bis zu den westlichen Nachbarstaaten dienen.

KDN wurde Anfang 2003 im Zuge der Öffnung des Tk-Marktes vom kenianischen Mischkonzern Sameer Group gegründet, der in Kenia auch Mobiltelefondienste anbietet. Nach Investitionen von rund 10 Millionen US-Dollar in eine moderne Datenkommunikationsinfrastruktur startete KDN im Juli 2003 kommerzielle Mietleitungs-, Frame Relay- und IP-Datendienste für Großabnehmer in Nairobi und anderen Gebieten Kenias.

Das von Siemens zu errichtende Glasfasernetz soll zusätzlich als Backbone für afrikanische Staaten wie Uganda, Ruanda oder Burundi dienen, die selbst über keinen Küstenzugang verfügen und diese Länder mit einem laut Siemens in Planung befindlichen ostafrikanischen Seekabel verbinden. Vor allem Staaten im westlichen Afrika wurde bislang vorgehalten, durch das Festhalten an Monopolen einen Internet-Boom zu verhindern. Die schwache Festnetz-Infrastruktur ließ den schwarzen Kontinent zugleich ins Visier von Satellitenanbietern rücken. (ssu)