IBM stellt Anonymisierungssoftware vor

Ein "Identitäts-Mixer" soll dafür sorgen, dass Internetnutzer bei ihren Online-Einkäufen keine Datenspuren hinterlassen.

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IBM hat die Fertigstellung einer Software verkündet, mit der Internetnutzer ihre persönlichen Informationen im Web verstecken oder anonymisieren können. Der am IBM-Labor in Zürich entwickelte Identity Mixer ("Idemix") soll dafür geeignet sein, online Waren oder Dienstleistungen zu erwerben, ohne seine Identität preisgeben zu müssen.

Das Idemix-Prinzip beruht darauf, zurückverfolgbare Datenspuren eines Webnutzers dadurch zu vermeiden, dass anstelle von tatsächlichen persönlichen Informationen Pseudonyme verwendet werden, wenn ein Nutzer beispielsweise einen Musikdownload erwirbt. Der Nutzer müsse bei einem Kauf keine Kreditkartennummer oder bei einer Altersverifizierung nicht das Geburtsdatum preisgeben. Dafür erhalte er von einer zertifizierten Institution wie einer Bank oder Behörde einen Berechtigungsnachweis, der ihn gegenüber anderen Online-Stellen ausweist. Idemix sorgt dafür, dass der Berechtigungsnachweis digital signiert und verschlüsselt übermittelt wird. Eine digitale Signatur wird dabei nur einmal verwendet, so dass Besuche eines Nutzers nicht gezählt oder nachvollzogen werden können.

IBM plant, Idemix in sein Software-Portfolio Tivoli zu integrieren. Außerdem werde die Software dem auf "User-zentriertes" Identitätsmanagement spezialiserten Open-Source-Projekt Eclipse Higgins zur Verfügung gestellt, heißt es weiter in der Mitteilung. Dabei geht es darum, den Nutzern die Kontrolle darüber in die Hand zu geben, wer Zugriff auf seine persönlichen Informationen haben soll, und dies nicht einzelnen Institutionen zu überlassen. IBM beteiligt sich seit einem Jahr am Higgins-Projekt. (anw)