Urabstimmung fĂĽr Streiks bei Infineon beginnt

Die Gewerkschaft hatte auf einen Erhalt der Arbeitsplätze gedrungen und eine fünfjährige Qualifizierungsgesellschaft sowie eine Entgeltabsicherung für ältere Arbeitnehmer gefordert. Die Gespräche waren Ende vergangener Woche gescheitert.

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  • dpa

Die IG Metall hat ihre Mitglieder im vor der Schließung stehenden Infineon-Werk in München zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufgerufen. Am heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag (19. und 20. Oktober) sollten die IG-Metall-Mitglieder über den Ausstand abstimmen, teilte die Gewerkschaft mit. Sollten mehr als 75 Prozent die Forderungen unterstützen, könnten Streikmaßnahmen eingeleitet werden.

Infineon plant die Schließung bis Anfang 2007, hatte aber auch angekündigt, dass ein Streik den Schließungsprozess beschleunigen könnte. Davon wären nach Unternehmensangaben rund 800 Beschäftigte betroffen. Die Gewerkschaft hatte in Verhandlungen mit dem Unternehmen auf einen Erhalt der Arbeitsplätze gedrungen und unter anderem eine fünfjährige Qualifizierungsgesellschaft für die Betroffenen sowie eine Entgeltabsicherung für ältere Arbeitnehmer gefordert. Die Gespräche waren Ende vergangener Woche gescheitert.

"Der Streik könnte theoretisch beginnen, wenn die Urabstimmung abgeschlossen ist", sagte Wigand Cramer von der IG Metall. Zur Zahl der zu der Abstimmung aufgerufenen Gewerkschaftsmitglieder bei Infineon machte er keine Angaben. Um einen Streik einzuleiten, ist ein Organisationsgrad von mindestens 60 Prozent erforderlich. Die tatsächliche Quote liege deutlich darüber, sagte Cramer. Die Gewerkschaft wolle nicht unbedingt einen Streik, doch gebe es für die Beschäftigten angesichts mangelnder Zugeständnisse des Unternehmens keine Alternative. (dpa) / (jk)