Hilfsorganisationen: Hohe Provisionen fĂĽr Online-Spenden
Bei Spenden über das Internet kommt häufig nur ein Teil des Gesamtbetrages bei den Hilfsorganisationen an. Greenpeace & Co. zahlen bemerkenswerte Vermittlungs-Provisionen, ohne Spender darüber zu informieren.
Die deutschen Ableger von Greenpeace, des Internationalen Tierschutzfonds IFAW und des Kinderhilfswerks Plan zahlen für Internet-Spenden Provisionen, ohne die Spender darüber zu informieren. Bei Kleinspenden können diese Provisionen sogar den Spendenbetrag übersteigen. Das brachten die Radioprogramme NDR Info und HR Info in Erfahrung .
Plan vergütete online vermittelte Patenschaften demnach bislang mit einer Provision in Höhe von 25 Euro. Das Geld bekamen die Betreiber von Internetseiten, die für das Kinderhilfswerk Kleinanzeigen schalten beziehungsweise Tracking-Links auf deren Seite setzen, sowie eine vermittelnde Agentur. Als Träger des Spendensiegels des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) unterliegt Plan besonders strengen Transparenzvorgaben und hat sich verpflichtet, Provisionen gegenüber den Spendern offenzulegen. Als Reaktion auf die Recherchen räumte eine Sprecherin von Plan einen Verstoß gegen die Spendensiegel-Leitlinien ein und erklärte, ihre Organisation werde vorerst nicht mehr auf diese Weise werben.
Ein Greenpeace-Sprecher erklärte, dass die Provision dort bei kleineren Spenden höher sein kann als die Spende selbst: "Wenn jemand drei Euro spendet, haben wir einen Verlust gemacht." Ein IFAW-Sprecher rechtfertigte Provisionszahlungen von mehr als zehn Euro für eine Einzelspende mit dem Hinweis auf eine mögliche dauerhafte Bindung von Spendern an seine Organisation. Nur das Verhältnis zwischen Spendenbetrag und Provision zu betrachten, sei "irreführend." (jh)