Studie: IT-Spitzengehälter gehen zurück
IT-Berater und SAP-Experten mussten nach Zahlen der Computerwoche in diesem Jahr einen Rückgang von fünf Prozent beim Gehalt hinnehmen -- dennoch führen sie weiter die Rangliste der bestbezahlten deutschen IT-Berufe an.
IT-Berater und SAP-Experten mussten nach Zahlen der Computerwoche in diesem Jahr einen Rückgang von fünf Prozent beim Gehalt hinnehmen. Dennoch führen sie mit durchschnittlich 72.000 Euro Jahressalär weiter die Rangliste der bestbezahlten deutschen IT-Berufe an. Danach folgen System-Spezialisten, die im Schnitt 70.000 Euro im Jahr einfahren konnten, sowie DV-Organisatoren mit etwa 64.000 Euro. Multimedia- und Internet-Profis sowie Netzwerkadministratoren würden es im Schnitt auf rund 52.000 Euro respektive 43.000 Euro bringen.
Deutlich auf das Gehalt würden sich Auslandserfahrungen auswirken, schreibt die IT-Wochenzeitung, deren Zahlen auf Befragungen von 937 Einzelpersonen beruhen. Ein Datenverarbeiter, der einige Jahre außerhalb Deutschlands tätig war, könne rund 25.000 Euro mehr verdienen als ein Kollege, der nur hierzulande gearbeitet habe. Eine überraschende Erkenntnis der Befragung sei gewesen, dass IT-Experten mit MBA erstmals weniger verdienen als promovierte Computerexperten. So komme "der Doktor der IT" in diesem Jahr auf fast 78.500 Euro, während der Informatiker mit MBA sich mit rund 500 Euro weniger begnügen müsse -- was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang des Salärs im zweistelligen Prozentbereich bedeute.
Ebenfalls ein neuer Trend sei, dass sich der Gehaltsunterschied zwischen Informatikern und Wirtschaftsinformatikern im Gegensatz zum vergangenen Jahr wieder vergrößert habe. Hätten die Informatiker nun die 70.000 Euro-Marke überschritten und damit ein leichtes Plus gegenüber 2004 verzeichnet, müssten die Kollegen mit den zusätzlichen Wirtschaftskenntnissen mit über 10.000 Euro weniger auskommen. Überraschend sei auch, dass Anwenderunternehmen langsam aufholen würden, während in den Softwarehäusern nach Jahren der zweistelligen Zuwächse nun Ruhe an der Gehaltsfront eingekehrt sei.
Insbesondere die Gehälter von IT-Profis in der Industrie und im Energiesektor würden mit rund 80.000 Euro hierbei sehr gut abschneiden. Kollegen aus dem IT-Dienstleistungsgeschäft hingegen hätten fast 10.000 Euro weniger auf dem Konto. Auch im regionenbezogenen Gehältervergleich zeichnet sich laut Computerwoche ein neuer Trend ab: Mitarbeiter in Spitzengegenden wie München müssten kräftige Einbußen hinnehmen und seien unter ein Durchschnittsgehalt von 65.000 Euro gerutscht. Dagegen habe Hamburg einen Sprung nach vorne gemacht, wo IT-Fachleute am Ende des Jahres immerhin rund 70.000 Euro in der Tasche hätten. Spitzenreiter bleibe nach wie vor Frankfurt am Main, wo etwa 79.000 Euro im Jahr verdient würden.
Siehe dazu auch:
- Wer verdient wie viel?, Ergebnisse der c't-Gehaltsumfrage 2004
Auch in diesem Jahr geht c't zudem wie im Jahr 2003 und im Jahr 2004 der Frage, wie lukrativ es für ITler ist, auf eigene Rechnung zu arbeiten, mit Hilfe einer Online-Umfrage nach: (pmz)