Freier ATI-Treiber für Linux kommt voran

Ein erster, noch sehr rudimentärer Xorg-Treiber für ATI-Grafikkarten mit R500-Chipsatz soll mit Karten der Serien X1300 bis X1600 funktionieren.

vorlesen Druckansicht 356 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Linux-Anwender, die nicht auf den proprietären Grafiktreiber von ATI/AMD zurückgreifen können oder wollen, schauten bislang in die Röhre. Besitzer einer Karte der Radeon-Generation X1000, die ausschließlich auf quelloffene Software setzen, müssen sich – noch – notgedrungen mit den Basis-Funktionen des freien VESA-Treibers begnügen. Und unter brandaktuellen Distributionen, wie Fedora 7, die bereits auf den X.org-Server 1.3 setzen, verweigern die proprietären Treiber bislang ihre Dienste. Ein neuer Open-Source-Treiber soll nun die Lücke schließen.

Die Spezifikationen seiner Treiber gibt ATI nicht heraus. Bei der Zusammenarbeit mit der Open-Source-Community zeigt sich der Hersteller zudem nicht sehr kooperativ. Gerüchte, die vergangenen Sommer um eine mögliche Offenlegung kursierten, bestätigten sich nicht. Der Treiber für Grafikkarten mit R500-Chipsatz, der jetzt in einer ersten, noch sehr rudimentären Fassung zum Testen zur Verfügung steht, ist daher durch Reverse-Engineering entstanden. Unterstützt werden aktuell nur die Chipsätze rv515 und rv530 (X1300 bis X1600). Als Nächstes stehen r520 und r580 (X1800 sowie einige X1600-Modelle) auf dem Plan. Der Treiber beherrscht vorerst nur 2D, an den 3D-Fähigkeiten arbeiten die Entwickler noch. RandR- 1.2-Unterstützung für die dynamische Bildschirmkonfiguration zur Laufzeit will das Team bald implementieren.

Ähnliche Ziele verfügt das Nouveau-Projekt, das Open-Source-Grafiktreiber mit 3D-Beschleunigung für Nvidia-Grafikkarten entwickelt. Auch diese Treiber befinden sich jedoch noch in einer recht frühen Entwicklungsphase und sind noch nicht für den Produktiveinsatz brauchbar. Bei der Weiterentwicklung des quelloffenen 2D-Treibers nv des X.org-Projekts arbeitet Nvidia indes mit der Community zusammen. (akl)