GenieĂźen Sie die Nostalgie!

Dieser Blog sollte eigentlich Last-Minute-Empfehlungen ĂĽber raffinierte, lustige und praktische Geek-Geschenke enthalten. Doch dann beschlich mich in diesen letzten Tagen vor Weihnachten die gute alte Nostalgie, dass es nur so eine Freude war.

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Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Veronika Szentpetery-Kessler

Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, dachte ich mir, wo ich doch selbst noch nach Weihnachtsgeschenken suche und sowieso das Internet durchforsten muss. Also auf zu den einschlägigen Webseiten. Doch ich war noch nicht fertig mit dem Abwägen zwischen der Scanner-Maus und dem Laser-Entfernungsmesser, der durch schiefes Halten auftretende Messfehler selbständig erkennt und herausrechnen soll, als ich schon von meiner ursprünglichen Mission abgelenkt war: Ich fand eine Reihe von Spielzeug-Klassiker wieder, die es, so stellte ich fest, schon in meiner Kindheit gab und die sich offensichtlich immer noch verkaufen.

Ich meine damit nicht Lego oder Playmobil, die in den Köpfen und Warenregalen immer noch sehr präsent sind. Nichts gegen sie, ich hatte sie auch. Aber ich meine eher die stillen Klassiker, wie den Eitech-Metallbaukasten, den wir gerade im Technikspielzeug-Fokus vorgestellt haben. Den holte ich bei meinen Großeltern immer als erstes aus dem Schrank. Auch das Constructor-Master-Set aus Holz kannte ich auch von ausgedehnten Schraub-Nachmittagen. Ich bekam richtig Lust darauf, mich an dem einen oder anderen Baukasten nochmal zu versuchen.

Das hat nichts damit zu tun, dass früher alles besser war, mir die heutige Welt zu schnelllebig wäre oder dass es mich nerven würde, dass es nur noch Spielzeuge mit Batterie oder Computeranschluss gibt. Ich verschenke auch nicht ständig meine Lieblingsspielsachen an die Kinder von Verwandten und Freunden. Nostalgie macht manchmal schlicht und einfach Spaß. Außerdem muss es nicht immer Holz und Metall sein: ich freue mich jetzt schon auf den Rückblick auf die Karriere des Commodore 64, der im kommenden Heft erscheinen wird. Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, dass es schön wäre, die C64- Spiele „Boulder Dash“ und „Giana Sisters“ wieder in die Finger zu bekommen.

Und es muss auch nicht immer der alte Klassiker selber sein. Manchmal gibt es raffinierte Weiterentwicklungen, die das Nostalgie-Gefühl nicht zu sehr schmälern und gleichzeitig den Bastel-Instinkt neu anregen. So ging es mir jedenfalls mit einer modernisierten Kugelbahn, die bei Eltern allein schon damit punkten dürfte, dass sie nicht mehr so einen Heidenkrach macht wie ihre Cousins aus Holz und Kunststoff (wenn unsere Glasmurmeln in den abschüssigen Kunststoffrinnen mit lautem Klacker-Getöse auf Talfahrt gingen, müssen die Erwachsenen im ganzen Haus die Zähne zusammengebissen haben). Bei der modernen Kugelbahn rollen Metallkugeln auf biegsamen Kunststoffschienen, die von Halteklammern in Position gebracht werden; sie enthält Weichen, Wippen und komplexe Loopings – und das Ganze in drei Schwierigkeitsstufen. Ich glaube, die setze ich auf meinen Wunschzettel. Klassiker sind mit gutem Grund Klassiker. (vsz)