Deutschland beim Handy-Payment noch Entwicklungsland
Ein Wissenschaftler beklagt: "Beim Bezahlen mit dem Handy ist Deutschland noch ein Entwicklungsland. Es gibt trotz des hohen Kundeninteresses keinen Anbieter mobiler Bezahlverfahren."
Jeder zweite Bundesbürger würde nach einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums gerne mit dem Handy bezahlen können. Dafür gibt es aber im Bundesgebiet kaum Möglichkeiten, sagte der Augsburger Wissenschaftler Key Pousttchi in einem dpa-Gespräch: "Beim Bezahlen mit dem Handy ist Deutschland noch ein Entwicklungsland. Es gibt trotz des hohen Kundeninteresses keinen bundesweit einheitlichen Anbieter mobiler Bezahlverfahren." Nach Studien seiner Arbeitsgruppe an der Augsburger Universität würden viele Bürger unter anderem gerne Bahntickets oder Parkgebühren an Automaten über Handy bezahlen.
Keine große Bank oder ein Mobilfunkanbieter habe sich in Deutschland bislang bereit gefunden, ein einheitliches Verfahren für das Bezahlen mit Handys anzubieten. Deutschland sei hier im europaweiten Vergleich weit zurück. In Spanien und Österreich funktioniere bereits ein Mobile-Payment-System. Die Forschung habe auf diesem Sektor gute Arbeit geleistet, die Wirtschaft verhalte sich zögerlich. "Bislang funktionieren mobile Dienste nur bei Klingeltönen oder Pornoangeboten", beklagte Pousttchi.
Einen aktuellen Überblick zu Online-Bezahlverfahren gibt c't in Ausgabe 3/07, die derzeit am Kiosk zu haben ist.
(dpa) / (hob)