Google erklärt IPv6-Einführung im eigenen Firmennetz
Für Google ist die IPv6-Einführung in den Firmennetzen des Suchmaschinenbetreibers eine langfristige Herausforderung.
Die Google-Mitarbeiter Haythum Babiker, Irena Nikolova und Kiran Kumar Chittimaneni haben auf der Usenix-LISA-Konferenz (Large Installation System Administration) über die Erfahrungen und Lehren bei der IPv6-Einführung im internen Firmen-Netz von Google gesprochen. Für die drei ist die IPv6-Einführung eine Herausforderung, die zwar bereits vier Jahren andauere aber längst nicht beendet sei. Ihre Erfahrungen und Probleme lassen sich in einem Text nachlesen (PDF-Datei).
Darin beschreiben die Autoren, wie ein kleines Mitarbeiter-Team in relativ kurzer Zeit die weit verstreuten Firmennetze der Google-Standorte für den gleichzeitigen Betrieb von IPv6 und IPv4 (Dualstack) fit machte. Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den beschriebenen Netzen nicht um die Netzwerke handelt, über die Google Dienste wie Maps, Mail oder Google+ anbietet. Laut Babiker, Nikolova und Chittimaneni laufen in den internen Firmennetzen Geräte unterschiedlicher Hersteller, hunderte selbst entwickelte Anwendungen und auf den Rechnern viele unterschiedliche Betriebssysteme.
Am Schluss fassen die drei Autoren zusammen, dass man während der mehrstufigen IPv6-Einführung viel lernen musste: Viele der aufgetretenen Probleme traten unglücklicherweise unerwartet auf und betrafen sehr unterschiedliche Bereiche wie die VPNs zwischen den Standorten oder die eingesetzten Betriebssysteme, denen etwa DHCPv6 fehlte oder die sich nicht konform verhielten. Zahllose Probleme verursachten zudem Anwendungen, denen es an Unterstützung für IPv6 mangelte: Technische Probleme beruhen nach den Erfahrungen der Autoren zumeist auf ungetesteten und daher fehlerhaften Programmen respektive Quelltexten.
Nach den Erfahrungen der Google-Mitarbeiter berührt die IPv6-Migration alle Bereiche eines Unternehmens: So sei es sinnlos, nur das Netzwerk oder nur einen einzelnen Dienst oder gar nur eine Anwendung für IPv6 vorzubereiten. Zudem zeigt sich schnell, dass man für das Vorhaben viel länger brauchen würde, als ursprünglich geplant war. So arbeite man zwar bereits vier Jahre an dem Projekt, man habe aber wahrscheinlich gerade einmal die Hälfte des Vorhabens hinter sich, konstatieren die Autoren abschließend. Die größte Herausforderung bei der IPv6-Einführung sei nicht die Einführung an sich, sondern die Integration des Protokolls in alle Verwaltungsvorgänge sowie die Umsetzung aller unter IPv4 üblichen Konzepte wie Redundanz, Zuverlässigkeit und Sicherheit. (rek)