HP will weltweit Niederlassungen schließen
Hunderte Niederlassungen sollen an wenigen Standorten konzentriert werden. Die Maßnahme ist eine Erweiterung des im vergangenen Jahr beschlossenen globalen Restrukturierungsprogramms.
Der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) will seine Niederlassungen weltweit konsolidieren und damit zusätzliche Einsparungen erzielen. Wie das Unternehmen am gestrigen Donnerstag mitteilte, werde derzeit geprüft, welche Standorte im Laufe der kommenden vier Jahre verkleinert, zusammengelegt oder geschlossen werden. Die Konsolidierungsmaßnahme ist eine Erweiterung des im Sommer 2005 beschlossenen globalen Restrukturierungsprogramms, dem insgesamt 14.500 Arbeitsplätze zum Opfer fallen sollen. In Deutschland will HP 1500 der 9250 Stellen abbauen.
HP will mehrere hundert Niederlassungen zu wenigen Kernstandorten zusammenfassen. Mit genaueren Informationen hält sich der Computerhersteller bisher zurück. Die einzusparende Summe und welche Standorte betroffen sein werden, sei bisher noch nicht festgelegt, heißt es dazu aus der Konzernzentrale in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien. Es wird erwartet, dass insbesondere angemietete Immobilien abgestoßen werden sollen, aber auch eigene Infrastruktur könne von Schließungen bedroht sein. Unbekannt ist bisher auch, ob und wie viele weitere Arbeitsplätze von den Maßnahmen betroffen sind.
Welche Niederlassungen als Kernstandort in Frage kommen, werde anhand von vier Kriterien ermittelt, sagte eine Konzernsprecherin gegenüber der US-Wirtschaftszeitung Sacramento Business Journal. Entscheidend sei, ob die Niederlassung rechtlich notwendig ist und ob wichtige Unternehmensbereiche und besonders viele Mitarbeiter am Standort sind. Weiterhin spiele eine Rolle, ob HP die Liegenschaften langfristig nutzen kann oder ob der Standort einen signifikanten Steuervorteil verspricht.
Die Restrukturierung der internationalen Büros ergänzt die vor kurzem angekündigte Zusammenlegung der 85 konzerneigenen Rechenzentren auf sechs Rechenzentren an drei Standorten. Von den Maßnahmen verspricht sich der Computerbauer eine Vereinfachung der Struktur und die "neuerliche Konzentration auf den Dienst am Kunden". Die erwarteten Einsparungen will HP teilweise wieder in die verbleibenden Niederlasssungen investieren. Dort soll ein einheitliches "Look and Feel" und eine offenere Büroarchitektur entstehen. Auch in die technische Ausrüstung der so genannten "Core Sites" will HP frisches Geld stecken und zum Beispiel Telefonanlagen auf IP-Basis installieren. (vbr)