Schweizer Datenschützer besorgt über Videoüberwachung

Da Videoüberwachung heutzutage als harmlos angesehen werde, merke die Öffentlichkeit nicht, welche Gefahren auf sie zukommen, meint der Zürcher Datenschutzbeauftragte.

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"Die Überwachungstechnologie wird in Zukunft wirklich gefährlich; wenn alles automatisiert ist, Gesichtserkennung möglich wird, Bilder mit Datenbanken abgeglichen und mit anderen Technologien kombiniert werden können", meint der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich, Bruno Baeriswyl. In einem Interview des Tagesanzeigers infolge der gestrigen Tagung der kantonalen Datenschützer in Luzern sagte er, da heute die Akzeptanz für Videoüberwachung sehr hoch sei und sie als harmlos angesehen werde, merke die Öffentlichkeit nicht, welche "Welle an Überwachung" auf sie zukomme. Videoüberwachung sei ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, da müsse die Rechtsgrundlage absolut klar sein.

Die Schweizer Datenschützer schätzen aufgrund von Verkaufszahlen, die Überwachungskameras importieren und installieren, die Zahl der in der Schweiz laufenden Kameras auf 450.000 – die meisten davon auf Privatgrund. Das seien massiv mehr als noch vor ein paar Jahren, sagte Baeriswyl. Die Datenschützer empfählen, dass für eine Person immer erkennbar sein müsse, wenn sie einen videoüberwachten Raum betritt. Es müsse eine generelle Bewilligungs- und Registrierungspflicht für Kameras diskutiert werden. Zudem sei die Wirkung von Videoüberwachungen noch nicht systematisch untersucht worden. Studien zeigten aber, dass in gezielt überwachten Bereichen Vandalismus und widerrechtliches Ablagern von Müll abnehme. Auf schwere Delikte hätten Kameras jedoch keinen Einfluss, es verlagert sich höchstens der Tatort. (anw)