Das Silicon Valley blĂĽht wieder auf

Innerhalb des vergangenen Jahres wurden im Silicon Valley 33.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Insbesondere der Bereich Umwelttechnologie und erneuerbare Energien erweist sich als Anziehungspunkt für Investitionen.

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2006 hat es im kalifornischen Silicon Valley erstmals seit vier Jahren einen nennenswerten Zuwachs an Arbeitsplätzen gegeben. Zwischen dem zweiten Quartal 2005 und dem zweiten Quartal 2006 haben die dortigen Firmen 33.000 neue Jobs geschaffen (ohne Landwirtschaft). Vor einem Jahr betrug das Plus noch 2000 Jobs. Die Arbeitslosenquote ist auf etwa 4 Prozent abgesunken. Das ergibt sich aus dem 64-seitigen Bericht 2007 Silicon Valley Index (PDF-Datei), den das Netzwerk Joint Venture: Silicon Valley Network am 2. Februar auf der Konferenz "State of the Valley" offiziell vorstellen will.

Mit 101.000 Jobs gibt es die meisten nach wie vor in der Sparte Software. Hier verzeichnete die Statistik in dem Berichtsszeitraum einen Zuwachs von 5,1 Prozent. Auf 5,6 Prozent Arbeitsplatzwachstum und insgesamt rund 77.000 Jobs kommt "Creative and Innovation Services", während es im Bereich Computer- und Kommunikations-Hardwarefertigung einen Schwund von 1250 Arbeitsplätzen gab. Das sind 2,3 Prozent der Jobs in diesem Bereich. Das durchschnittliche Einkommen der Haushalte im Silicon Valley ist auch erstmals seit 2001 gestiegen, nämlich um 6,5 Prozent auf 76,300 US-Dollar.

Joint-Venture-Chef Russell Hancock resümiert, das Investitionskapital wandere zunehmend in neue Bereiche wie erneuerbare Energien und Umwelttechnologien. In diesen Bereich, "Clean Technology" genannt, wurden im Silicon Valley allein im dritten Quartal des vergangenen Jahres etwa 950 Millionen US-Dollar investiert. Im ersten Quartal 2005 waren es noch weniger als 350 Millionen US-Dollar, geht aus dem Bericht hervor. Die Innovationen konzentrierten sich auf Web 2.0 und andere Medienformen, erläutert Hancock. Der größte Anteil der Investionen entfiel im ersten bis dritten Quartal 2006 auf Software, die auf 23 Prozent kam. Ihr Anteil ist aber in den vergangenen Jahren vor allem zugunsten medizintechnischer und Investitionen in den Bereich Energie geschrumpft.

Die am 2. Februar anstehende Konferenz wird eröffnet von Google-Chef Eric Schmidt und dem früheren US-Vizepräsidenten Al Gore. In den geplanten Paneldiskussionen geht es um die Themen Globalisierung und die Rolle des Silicon Valley für die künftige Energieversorgung der USA. Rückenwind bekommen Unternehmen, die an alternativen Energiegewinnungstechniken arbeiten, vom US-Präsidenten George W. Bush. Er widmete einen großen Teil seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation diesen Themen, vor allem mit dem Ziel, die USA von ausländischem Öl unabhängiger zu machen. Auch benannte er den Klimawandel als "ernsthafte Herausforderung".

Auf den 3800 Quadratkilometern des nahe San Francisco gelegenen Silicon Valley lebten zum Berichtszeitraum 2,44 Millionen Menschen. In dem Gebiet gibt es 1,18 Millionen Arbeitsplätze. Der Spitzname des vier Countys umfassenden Areals geht auf den 1986 verstorbenen Journalisten Don Hoefler zurück, der ihn 1971 für eine Artikelserie in der Wochenzeitung Electronic News in die Welt setzte. (anw)