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Online-Lernatlas
Die Bertelsmann-Stiftung sorgte im November 2011 für heftige Debatten, als sie ihren „Deutschen Lernatlas“ vorstellte. Aus den Ergebnissen der umfangreichen Studie ergab sich insbesondere ein deutliches Süd-Nord-Gefälle bei der Qualität von Lernangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mittlerweile ist der Deutsche Lernatlas in einer interaktiv nutzbaren Version online einsehbar.
Interessierte Eltern können beispielsweise kostenfrei abfragen, an welchen Orten in der Umgebung die besten Bedingungen für schulisches und außerschulisches Lernen herrschen. Dass die Top Ten im Ranking allesamt süddeutsche Städte sind, dürfte kaum ein Zufall sein. Anhand der Analysemöglichkeiten lässt sich schnell ein deutlicher Zusammenhang zwischen Einkommen pro Einwohner und Lernqualität ermitteln.
Der letzte StraĂźenfeger
www.daserste.de/tatort/
www.tatort-fans.de
www.tatort-fundus.de
Außer „Wetten dass …?“ mit seiner ungewissen Zukunft gelten die „Tatort“-Krimifolgen als die letzten TV-Events, über die am nächsten Tag in Büro oder Kantine noch gefachsimpelt wird. Zwar erreichen die Filme nicht mehr Zuschauerzahlen um die 15 Millionen, wie sie in der Schimanski-Ära üblich waren. Aber immerhin noch zwischen 8 und 11 Millionen Bundesbürger schalten sonntags um 20.15 Uhr zur ARD oder finden sich zum Tatort-Public-Viewing in Kneipen ein. Medienwissenschaftler sprechen vom letzten echten „TV-Lagerfeuer-Ereignis“, abgesehen natürlich von den Länderspielen der Fußballnationalmannschaft.
Tatort-Fans finden im Web einen unendlichen Fundus an Zusatzinfos, Anekdoten und Bildern. Erste Anlaufstelle für jeden Interessierten ist natürlich die offizielle Tatort-Homepage der ARD, wo die Redaktion jeden Kommissar ausführlich vorstellt, eine Vorschau auf die nächste Folge gibt und eine Diskussionsplattform bietet. Exklusiv finden sich hier der jeweils zuletzt ausgestrahlte Tatort aus der ARD-Mediathek sowie ergänzende Videos zur Produktion.
Das Blog Tatort Fans informiert in Text, Bild und Ton über die bislang ausgestrahlten über 800 Folgen der Krimireihe. Unter den Beschreibungen können die Tatort-Fans über den jeweiligen Film diskutieren. Wesentlich reichhaltiger ist der Tatort-Fundus. Liebhaber der ARD-Krimis können hier stundenlang im Lexikon schmökern, Statistiken zu allen Folgen abrufen, kleinste Nebensächlichkeiten recherchieren und jede Menge News und Interviews lesen. Dem Fundus merkt man an, dass er von echten Fans seit mehr als zehn Jahren akribisch betrieben wird.
Technologie-Visionen
www.nytimes.com/interactive/2011/12/06/science/20111206-technology-timeline.html
„Weil kein Supercomputer die Zukunft vorhersagen kann, benötigen wir Ihre Hilfe!“ So leitet die New York Times die Beschreibung ihres spannenden Technology-Timeline-Projekts ein. Gemeinsam mit den Lesern möchte die Redaktion eine möglichst komplette Technologie-Zeitleiste darstellen, unterteilt in die Kategorien „Computation“, „Artificial Intelligence“, „Transportation & Lifestyle“ und „Communication“.
Die Leiste startet im 15. Jahrhundert und endet irgendwo in der Zukunft. Die Leser sind aufgerufen, ihre Vorstellungen zur Zukunft einzutragen und zu begründen. Für 2022 etwa sagt Scott Aaronson, Informatikprofessor am M.I.T, die Einführung von Quanten-Computing an Hochschulen voraus. Nach Ansicht eines anderen Lesers werden etwa ab 2050 alle Tierversuche im Computer simuliert werden. Und 2089 könnte es so weit sein, dass die Menschheit alle Tierlaute versteht.
Garantieredundanz
Mit Rechnungen und Garantiebescheinigungen ist es seltsam: Sie landen bei vielen zunächst in der Ablage, später im Schuhkarton. Wenn dann beispielsweise der Fernseher nach 20 Monaten den Dienst versagt und der Händler zur Garantieabwicklung den Kaufbeleg sehen will, ist der Kassenbon wie vom Erdboden verschluckt. Der kostenfreie Dienst garanbo will derlei Unbill abwenden. Dazu bietet er eine Online-Verwaltung von Kassenbelegen, Garantieunterlagen, PDF-Bedienungsanleitungen und vielem mehr an.
Nach der Registrierung bei garanbo darf der Nutzer beliebig viele Bild- oder Textdokumente hochladen und sortieren. Wer ein iPhone besitzt, nutzt am besten die garanbo-App, mit der er die Belege einfach abfotografiert und automatisch hochlädt. Als besonderen Vorteil dieses Services gibt garanbo an, dass die Unterlagen auf diese Weise redundant vorliegen und beispielsweise auch nach einen Wohnungsbrand noch vorhanden sind. Den Nutzern muss allerdings auch klar sein, dass die ausgelagerten Dokumente dann in Gefahr sind, wenn garanbo aus welchen Gründen auch immer seinen Service schließen sollte.
Einen echten Mehrwert gegenüber der Dokumentenverwaltung zu Hause bietet insbesondere die Kopplung mit der garanbo-Datenbank: Der Dienst registriert Rückrufaktionen für Produkte und warnt die Nutzer per App oder E-Mail, falls eines ihrer angegebenen Geräte betroffen ist. Die interessante Rückrufe-Datenbank lässt sich auch ohne Anmeldung einsehen.
Die Websites aus c't 1/2012