Bildsensoren mit höherer Lichtempfindlichkeit

Mit einer neuen Anordnung der Farbfilter will Kodak die Lichtempfindlichkeit seiner Bildsensoren verbessern.

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Von
  • Richard Jahn

Angesichts der wegen der winzigen Sensoren schon bei niedrigster Empfindlichkeit immer verrauschteren Bilder bei kompakten Digitalkameras arbeitet man bei Kodak an einer neuen Sensortechnologie. Damit soll die Lichtempfindlichkeit eines Bildsensors um den Faktor zwei bis vier steigen, ohne dass Rauschunterdrückungsalgortihmen zum Einsatz kommen. Dazu ändert Kodak die Anzahl und Anordnung der Farbfilter auf dem Sensor. In den heute üblichen so genannten Bayer-Sensoren sind auf den Pixeln rote, grüne oder blaue Farbfilter aufgebracht, abwechselnd je Zeile in Blau und Grün sowie Grün und Rot. Die doppelte Anzahl grüner Pixel gegenüber roten und blauen liegt an der größeren Grün-Empfindlichkeit des menschlichen Auges. Die Kamera oder ein Raw-Konverter müssen aus den roten, grünen und blauen Bildpunkten am Ende ein Vollfarbbild erzeugen.

Kodak behält in dem neuen Sensor nun zwar das Verhältnis der Farbfilter bei, versieht aber nur die Hälfte der Bildpixel damit. Die anderen bekommen freie Sicht und empfangen das gesamte auf den Bildpunkt treffende Licht. Aus diesen Pixeln wird die Helligkeitsinformation des Bildes, aus dem Rest die Farben generiert. Inwieweit die Bildqualität mit dieser Methode beeinträchtigt wird, bleibt abzuwarten. Hier gilt es, Rauschen gegen Auflösung abzuwägen. Erste Sensoren sollen Anfang 2008 verkauft beziehungsweise in Kodak-Digitalkameras eingesetzt werden.

Die neue Technik verspricht bei schlechten Lichtbedingungen Bilder mit geringerem Rauschen oder alternativ kürzere Verschlusszeiten, dann bei gleichem Rauschen wie bisher. Kodak gibt aber auch schon einen Ausblick auf weitere Möglichkeiten: Mit dieser Technik lassen sich auf den sowieso schon winzigen Bildsensoren nochmals mehr, weil kleinere Pixel unterzubringen. Das würde den Vorteil jedoch wieder aufheben – es rauscht dann nur mit einer höheren Auflösung. (rij)