Chef von Balda geht
Beim Traditionsunternehmen Balda geht's zum Jahreswechsel drunter und drüber: Großaktionär Octavian will den Aufsichtsrat absetzen, der wirft Octavian die Preisgabe von Betriebsgeheimnissen vor – und jetzt nimmt Balda-Chef Mohr seinen Hut.
Der Chef des kriselnden Elektronik- und Medizintechnik-Herstellers Balda nimmt den Hut. Rainer Mohr, seit Februar dieses Jahres Balda-Alleinvorstand, geht "aufgrund unterschiedlicher strategischer Vorstellungen" zum 1. Januar 2012. Das teilte das Unternehmen aus Bad Oeynhausen am Donnerstag mit. Der Aufsichtsrat berief mit Dominik Müser und mit James Lim zwei neue Vorstände.
Das Unternehmen mit Produktionsstandorten in Deutschland und Malaysia hat ein unruhiges Jahr hinter sich. Angesichts schleppender Geschäftsentwicklung in der Telekommunikationsbranche setzte der frühere Handyschalen-Hersteller verstärkt auf die Sparte Medizintechnik. Im September hatte die Balda AG angekündigt, bis zu 9,5 Millionen Aktien am chinesischen Touchscreen-Hersteller TPK zu verkaufen, um Mittel freizusetzen. Im November machte das Unternehmen wegen des schwachen Börsenumfelds einen Rückzieher. Zudem gibt es interne Querelen: Für Februar 2012 ist eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt. Balda-Großaktionär Octavian verlangt die Absetzung des Aufsichtsrats.
Kurz vor Weihnachten hatte die im SDAX notierte Firma schließlich die Prognose für das Geschäftsjahr 2011 nach unten geschraubt. Das operative Konzernergebnis werde entgegen der Planung nicht mit einem leichten Plus schließen. Stattdessen werde nun ein operativer Verlust "in niedriger einstelliger Millionenhöhe" erwartet. Im Jahr 2010 hatte nur der Börsengang von TPK Balda vor roten Zahlen bewahrt. Im operativen Bereich stand noch ein Minus von 37,4 Millionen Euro. (pmz)