IG Metall will Schließung des Münchner Infineon-Werks verhindern
Nach Auffassung der Gewerkschaft ist das Werk mit Investitionen "mit Sicherheit noch zu retten". Ein externer Gutachter soll jetzt mit der Entwicklung eines Alternativkonzepts beauftragt werden.
Die Arbeitnehmer wollen die Schließung des Münchner Infineon-Werks noch verhindern. Der Betriebsrat beschloss, einen externen Gutachter mit der Entwicklung eines Alternativkonzepts zu beauftragten. "Wir geben nicht auf", sagte der IG-Metall-Bevollmächtigte Horst Lischka am Donnerstag in München. Gewerkschaft und Betriebsrat bereiteten intensive Proteste vor. Dabei sollten auch alle Mittel der Betriebsverfassung genutzt werden.
Infineon hatte in der vergangenen Woche angekündigt, das Werk am Stammsitz München zu schließen. Die Technologie sei veraltet, die Nachfrage nach den dort produzierten Chips rückläufig. Von den 800 Beschäftigten haben nach Angaben von Konzernchef Wolfgang Ziebart weniger als 100 eine Chance auf Weiterbeschäftigung.
Bisher habe Infineon nie erklärt, dass die Produktion in München-Perlach unrentabel sei, kritisierte Lischka. Die Fertigungsstätte sei auf Kleinserien spezialisiert und deshalb nicht mit den anderen Infineon-Fabriken zu vergleichen. "Höhere Herstellungskosten, aber auch höhere Gewinne." Mit Investitionen sei das Werk mit Sicherheit noch zu retten. (dpa) / (pmz)