Sony-Chef redet über die PlayStation 3 und das Musikgeschäft
In einem Interview mit der Financial Times nimmt Sonys CEO Howard Stringer Stellung zu den Schwierigkeiten mit der Spielkonsole PlayStation 3 und dem Musikgeschäft.
Der CEO des Weltkonzerns Sony hat in einem Zeitungsinterview zu den Schwierigkeiten der neue PlayStation und des Musikgeschäfts Stellung genommen. In einem Gespräch mit der Financial Times hat Sony-CEO Howard Stringer erklärt, dass im Konzern offenbar über eine Preissenkung für die Next-Gen-Konsole PlayStation 3 (PS3) nachgedacht wird. Es sei "keine Frage", dass die Verbraucher einen niedrigeren Preis wünschen, meinte Stringer gegenüber der Zeitung. Bei Sony studiere man derzeit die Möglichkeiten, den Preis zu senken. Bis Weihnachten werde eine Antwort darauf gefunden sein.
Die Konsole wird hierzulande derzeit für 599 Euro (in den USA für 599 US-Dollar) angeboten und liegt in den Verkaufszahlen hinter der Konkurrenz von Nintendo zurück. Stringer lobte die Wii als "erfolgreiches Unterfangen", sieht ihren Vorteil aber eher im Preis als in der Kreativität der Spiele. Für Stringer werden sich die Probleme der PS3 mit der Zeit lösen, wenn mehr Spiele auch von Drittherstellern auf den Markt kommen und das Spielenetzwerk "Home" startet. Er verwies dabei auch auf den langfristigen Erfolg des Vorgängermodells PS2, das sich immer noch hervorragend verkaufe. Auch wenn Sonys Spielraum nicht wirklich groß ist, halten Analysten eine Senkung um rund 100 US-Dollar für wahrscheinlich.
Unterdessen lobte Stringer die japanische Musiktochter des Konzerns, die es mit kreativen neuen – nicht nur digitalen – Geschäftsmodellen geschafft habe, die wegbrechenden CD-Verkäufe zu kompensieren und wieder profitabel zu werden. Das sei ein Beispiel für die Branche, man müsse sich trotz der Herausforderungen neu erfinden. "Die Musikindustrie sitzt immer noch da, bemitleidet sich selbst und kämpft Rückzugsgefechte gegen die Invasion ihrer Urheberrechte", erklärte Stringer. Für die Branche sei es offenbar Zeit für einen Perspektivwechsel. Es sei vielleicht nicht fair, aber Tatsache, dass der Verbraucher sich die Musik auch so besorgen könne.
"Wenn wir also Möglichkeiten finden, das digitale Zeitalter anzunehmen und es nicht ganz so begeistert zu bekämpfen, dann werden wir glaube ich in ziemlich guter Form sein", folgert Stringer, schließlich sei die Nachfrage nach Musik immer noch riesig. (vbr)