Kritik am Einsatz von neuen Medien im Unterricht
Oft gehe es beim Einsatz neuer Medien im Unterricht mehr um die schöne Form als um den Inhalt, hieß es anlässlich der Bildungsmesse didacta. Man solle aber auch die Chancen sehen.
Der Einsatz neuer Medien in der Schule stößt bei vielen Eltern und Lehrern auf Skepsis: "Oft geht es mehr um die schöne Form als um den Inhalt", sagte die Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg, Elke Picker, anlässlich der Bildungsmesse didacta. Häufig sei der Technikeinsatz ein "Zeitschlucker". Auch der Philologenverband sprach sich für "Tafel und Kreide" aus: "Guter Unterricht braucht nicht unbedingt eine Powerpoint-Präsentation", sagte Wulfdieter Berk vom Landesverband. "Viele Texte der Schüler-Referate sehen toll aus. Liest man sie, steht aber kein Satz korrekt neben dem anderen", sagte Picker. Schüler sollten aktiv lernen und sich nicht "berieseln" lassen.
Die Kritik kann die Direktorin des Landesmedienzentrums, Susanne Pacher, nicht nachvollziehen. Sie plädiert dafür, die Chancen der Entwicklung zu sehen. So könnten Kinder mit Hilfe von Computern individuell gefördert werden. "Welcher Lehrer kann das schon?", fragt Pacher. Das Zentrum unterstützt die "Medienoffensive Schule II" des Kultusministeriums, durch die Mediennutzung in Schulen verankert werden soll. Bis 2007 stehen dazu rund 29 Millionen Euro bereit. (dpa) / (jk)