Beschäftigte wollen langfristiges Konzept für Siemens Communications
"Betriebsräte und IG Metall wollen jetzt ein längerfristiges Konzept für die COM-Sparte statt einer Salami-Taktik mit immer neuen Abbauwellen", erklärte die Gewerkschaft.
Nach der Ankündigung des Abbaus von 1350 Arbeitsplätzen bei Siemens Communications dringen die Beschäftigten auf ein langfristiges Konzept für den wichtigsten Konzernbereich. Für die einzelnen Standorte müsse zudem eine Zukunftsplanung erarbeitet werden, forderte die IG Metall am Donnerstag in München. "Eine Einigung muss den Beschäftigten Sicherheit für die nächsten Jahre geben." Erste Verhandlungen zwischen dem Gesamtbetriebsrat und Unternehmensvertretern darüber seien aber in der vergangenen Woche ergebnislos unterbrochen worden.
"Betriebsräte und IG Metall wollen jetzt ein längerfristiges Konzept für die COM-Sparte statt einer Salami-Taktik mit immer neuen Abbauwellen", erklärte die Gewerkschaft. Auch die Spekulationen über mögliche Käufer für die zu dem Bereich gehörende Handy-Sparte behinderten die Geschäfte. Der neue Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld hatte Ende Januar die Pläne für den Stellenabbau in dem Bereich verkündet. Damit will das Unternehmen auf die schwierigen Rahmenbedingungen und den Kostendruck im Festnetzgeschäft reagieren. Allerdings seien die Pläne nicht zwingend mit Entlassungen gleichzusetzen, hatte der Chef der Sparte, Lothar Pauly, erklärt.
Eine komplette Schließung der Handy-Sparte sei schon wegen der Standortgarantien für die Werke in Kamp-Lintfort und Bocholt nicht möglich, hieß es. "Ein Verkauf oder ein Joint Venture z. B. mit einem asiatischen Partner würde für die meisten Handy-Arbeitsplätze in Deutschland höchste Alarmstufe bedeuten." Denn potenzielle Käufer oder Partner seien vor allem an der Marke und am Siemens-Marktanteil interessiert. (dpa) / (jk)